Ermittlungen gegen Bande

Falsch gewogen: Schrotthändler sollen Bauunternehmen betrogen haben

Wertvoller Schrott: Die Polizei ermittelt gegen sieben Tatverdächtige. Sie sollen Unternehmen betrogen haben. Foto: dpa

Göttingen. Die Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt gegen eine Bande von betrügerischen Schrotthändlern aus dem Landkreis Harburg.

Die sieben Tatverdächtigen – zwei Frauen und fünf Männer im Alter zwischen 29 und 65 Jahren – sollen vonBaustellen in Südniedersachsen mehr Metallschrott abtransportiert haben als sie später mit ihrem Auftraggeber abrechneten. Die Täter sollen die Wiege-Ergebnisse gefälscht haben.

„Wir ermitteln wegen gewerbsmäßigen Betruges im besonders schweren Fall“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Buick. Die Schadenshöhe stehe noch nicht fest. Ersten Berechnungen zufolge könnte sich der Schaden auf bis zu einer Million Euro summieren.

Die Ermittler waren dem systematischen Abrechnungsbetrug durch die Strafanzeige einer Baufirma aus dem Landkreis Göttingen auf die Spur gekommen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hatte das Bauunternehmen seit 2006 regelmäßig die Firma aus dem Landkreis Harburg mit der Abholung von Altmetallen beauftragt. Später sei dann der Verdacht aufgekommen, dass die Firma unter anderem von Baustellen in Northeim und Hedemünden deutlich mehr Schrott abgefahren hatte als sie mit der Baufirma abrechnete.

Nachdem sich der Verdacht erhärtet hatte, durchsuchten die Ermittler kürzlich an mehreren Orten Büros und Wohnungen sowie Baustellen und Firmengrundstücke. Dabei stellten sie auch einen präparierten Container sicher, den die Schrotthandelsfirma offenbar eingesetzt hatte, um Wiegeergebnisse zu manipulieren. Auf dem Boden des Containers war eine 1,5 Tonnen schwere Platte eingeschweißt. Den schweren Container sollen die Betrüger immer dann auf ihren Lastwagen geladen haben, wenn sie erstmals auf eine Baustelle ihres Auftraggebers fuhren. Der Trick: Normalerweise wird ein Lastwagen nur beim ersten Einsatz im Leerzustand gewogen. Danach wird das Fahrzeug nur noch im beladenen Zustand gewogen, wenn er das Gelände wieder verlässt.

Aus der Differenz zu dem einmalig ermittelten Leergewicht ergibt sich, wieviel Altmetall geladen wurde. Für die weiteren Abtransporte sollen die Schrotthändler dann nicht mehr den schweren, sondern einen „normalen“ Container verwendet haben.

Folge: Die Waage berechnete das Ladungsgewicht viel zu niedrig. Pro Fahrt konnten die mutmaßlichen Betrüger 1,5 Tonnen mehr an Altmetallen abtransportieren und gewinnbringend weiterveräußern, ohne das mit dem Auftraggeber abzurechnen.

Die Ermittler stellten auch Wiegeprotokolle sicher. Erst nach Auswertung der Listen und Unterlagen seien genaue Angaben zur Schadenshöhe möglich, sagte Andreas Buick. 

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