Verwechslung möglicherweise wegen gleicher Nachnamen

Falsche Blutkonserve: Patientin stirbt in Krankenhaus

Duderstadt. Eine Patientin hat im Duderstädter Krankenhaus offenbar falsche Blutkonserven erhalten und starb. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Göttingen gegen zwei Ärzte.

Der Vorfall ereignete sich vor einer Operation am 4. Dezember im St. Martini-Krankenhaus in Duderstadt. Die genauen Umstände werden derzeit untersucht, sagte am Mittwoch Dr. Stefan Studenroth, Chef der Göttinger Staatsanwaltschaft, auf HNA-Anfrage.

Hintergrund: Offenbar waren zum Zeitpunkt der Operation zwei Patientinnen mit gleichem Nachnamen in der Duderstädter Klinik. Dadurch kam es möglicherweise zur Verwechslung. Die Patientin starb am 6. Dezember. Unbestätigten Meldungen zufolge erhielt die Patientin noch eine zweite Transfusion mit der falschen Blutgruppe.

Laut Dr. Studenroth wurde ein rechtsmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Tötung. Wann die Ergebnisse vorliegen, konnte er noch nicht sagen. Das Krankenhaus hatte den Vorfall selbst den Behörden gemeldet, da es sich um einen unnatürlichen Todesfall handelt.

„Wir sind zutiefst erschüttert über diesen Todesfall“, sagte Florian Grewe, Pressesprecher der Hildesheimer Vinzenz-Verbundes, zu dem das Duderstädter Krankenhaus gehört. Gleichzeitig trat Grewe Spekulationen entgegen, dass ein Arzt nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen soll. Außerdem habe es seit dem Vorfall keinen zweiten unnatürlichen Todesfall in der Duderstädter Klinik gegeben, macht Grewe deutlich.

Die Klinik arbeitet laut Grewe eng mit Staatsanwaltschaft und Polizei zusammen, um den Fall aufzuklären. „Wir werden aus dem Ergebnissen der Ermittlungen Konsequenzen ziehen, damit sich ein solcher Fall nicht wiederholt“, kündigte der Pressesprecher an. Die beiden Ärzte, gegen die ermittelt wird, sind nicht mehr an dem Duderstädter Krankenhaus beschäftigt. 

Bei einer Bluttransfusion gelten ganz strenge Regeln

Damit bei Bluttransfusionen keine Komplikationen auftreten, gelten bestimmte Regeln.

So muss unmittelbar vorher ein Test am Bett des Patienten (Bedside-Test) erfolgen. Es ist eine obligatorische Schnellüberprüfung der Blutgruppen mit Hilfe einer Karte, auf der Testflüssigkeiten zu finden sind. Die Ergebnisse müssen in die Patientenakte eingetragen werden. So sollen mögliche Verwechslungen von Patient und Blutkonserve ausgeschlossen werden. Das genaue Verfahren wird Medizinstudenten sogar in Vorlesungen eingehämmert. Die Staatsanwaltschaft konnte am Mittwoch keine Angaben machen, ob im konkreten Fall die Überprüfung erfolgt ist. 

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