Trickbetrug in Göttingen

Falscher Polizeibeamter zockt mit fieser Masche ältere Frau ab: gesamte Ersparnisse weg

Göttingen. Ein angeblicher Kripobeamter aus Hannover hat eine Frau aus Göttingen am Dienstag mit einem perfiden Trick um ihre Ersparnisse gebracht.

Der falsche Polizist und ein Komplize hatten die im Akazienweg wohnende Göttingerin zuvor im Laufe des Vormittags in mehreren Telefonanrufen und durch verschiedene Schilderungen massiv verunsichert und psychisch so unter Druck gesetzt, dass sie schließlich ihr Geld, mehrere Tausend Euro,  von der Bank holte, teilt die Polizeiinspektion Göttingen mit.

Mit der beängstigenden Geschichte eines angeblichen Überfalls auf eine Seniorin in Hannover, bei dem die Täter später vom Konto der Frau 34.000 Euro erlangt hatten, begannen die Betrüger ihre Tat.

Einen der Täter habe man zwar inzwischen festgenommen, bei der Durchsuchung seiner Wohnung sei man aber auf einen Zettel gestoßen, auf dem auch der Name der Göttingerin stehen würde, so die Trickbetrüger weiter.

Um ihr Geld vor den Komplizen des Festgenommenen zu schützen, solle sie es unbedingt bei der Bank abheben und aus Sicherheitsgründen mit nach Hause nehmen. Ein Kripobeamter würde bei ihr vorbeikommen, es abholen und sicher verwahren, bis die anderen Festnahmen erfolgt seien, so das weitere beschriebene Szenario.

Derart eingeschüchtert holte die Frau am Vormittag ihre Ersparnisse von der Bank, packte das Geld in einen grünen Beutel und legte diesen, wie von den falschen Polizisten zuvor in einem der Telefongespräche gefordert, vor das Gebäude neben die Haustür.

Hier wurde die Stofftasche vermutlich kurz danach abgeholt. Von wem ist nicht bekannt. Hinweise auf die Täter gibt es bislang nicht.

Deshalb bittet die Polizei in Göttingen unbedingt, alle Zeugen, die etwas zu dem Vorfall, der sich vermutlich in der Mittagszeit am Dienstag ereignet hat, berichten können, sich unbedingt zu melden: Tel. 0551/491-2115 zu melden.

Hinweise der Polizei

Seien Sie auch misstrauisch, wenn Sie während des Gesprächs mit dem Handy zur Bank gehen und Geld von Ihrem Konto abheben sollen. Da Sie ja immer noch mit dem Täter telefonieren, kann dieser sicher sein, dass Sie keine Person Ihres Vertrauens befragen oder über die Telefonnummer 110 die richtige Polizei anrufen. Durch technische Manipulation können die Täter die echte Telefonnummer der Polizei (auch 110) im Display Ihres Telefons anzeigen. Dazu der ausdrückliche Hinweis: die Notrufnummer 110 wird nicht übertragen!

Präventionstipps: So können Sie sich schützen

• Die „echte“ Polizei fordert Sie niemals auf, Banküberweisungen oder Bargeldabhebungen durchzuführen, um Ermittlungen zu unterstützen.

• Seien Sie misstrauisch. Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit. Sie haben immer Zeit für eine Rücksprache mit Angehörigen und Vertrauenspersonen!

• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auchnicht durch angeblich dringende Ermittlungen zu einem Einbruch in der Nähe!

• Polizisten in ziviler Kleidung weisen sich mit einem Dienstausweis aus und haben Verständnis dafür, dass man bei der Polizeizentrale nachfragt. Suchen Sie selber die Telefonnummer der Polizei heraus.

• Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück - legen Sie auf! Verständigen Sie bei verdächtigen Vorfällen umgehend die 110!

Noch ein Hinweis: In letzter Zeit wurden auch Fälle bekannt, in denen sich die Betrüger als Staatsanwälte, Bankmitarbeiter oder andere Amtspersonen ausgegeben haben. 

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