Soziales Engagement

Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen wird Courage-Schule

Gruppenfoto von einigen Jugendlichen und Lehrkräften des Felix-Klein-Gymnasiums sowie Eltern.
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Bereitete den Beitritt zum Netzwerk „Schule ohne Rassismus“ zwei Jahre lang vor: In der Courage-Gruppe des Göttingen Felix-Klein-Gymnasiums sind Jugendliche, Lehrkräfte und Eltern aktiv.

 „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ will das Göttinger Felix-Klein-Gymnasium sein. Nun gab es, nach zwei Jahren Vorbereitung, Urkunde und Plakette vom Niedersächsischen Kultusministerium.

Göttingen –Zwei Jahre lang haben Jugendliche gemeinsam mit Lehrkräften und Eltern den Beitritt zum bundesweiten Netzwerk vorbereitet. Nun übergab Claudia Schanz, die für politische Bildung zuständige Referatsleiterin im Niedersächsischen Kultusministerium, Urkunde und Plakette.

Bewusstsein für Alltagsrassismus – die schiefen Blicke, das Wegrücken auf der Bank, die nicht geschlossene Freundschaften – will die Courage-Gruppe schaffen. Das erläuterte Schulleiter Michael Brüggemann während der Feierstunde in der Aula an der Böttingerstraße 17 den 100 Gästen. Nicht um Lippenbekenntnisse gehe es, betonte der Lehrer. Vielmehr sollten die 1200 Schüler im täglichen Miteinander Haltung einüben.

Die jungen Menschen wollen handeln. So sind gemeinsame Aktivitäten mit Kindern von Geflüchteten geplant, die in Heimen der Arbeiterwohlfahrt auf den Zietenterrassen und an der Europaallee wohnen. Das kündigte der Awo-Geschäftsführer, Dr. Michael Bonder, an. Auch bei der Jungen Tafel Göttingen möchten die Gymnasiasten mit anpacken.

Die Jugendgruppe unterstützt die Arbeit der Tafel, die nicht mehr verkäufliche Lebensmittel an Bedürftige verteilt, erläuterte Sprecher Alexander Schiele. Die Schüler lernen bei der Tafel Armut kennen, befassen sich aber auch mit Nachhaltigkeit und gesunder Ernährung.

Über die vielen Aktionen der Courage-Gruppe, die bereits stattgefunden haben, berichteten Svenja Hudson und Susanne Könen. In Vorträgen in den Klassen wirbt die Gruppe dafür, auf Fremde zuzugeben, sie kennenzulernen, nach Gemeinsamkeiten zu suchen. Die Jugendlichen sammelten Unterschriften. Unterzeichnende verpflichteten sich dazu, gegen jede Form der Ausgrenzung aktiv vorzugehen. Armbänder mit dem Bekenntnis zu Vielfalt wurden produziert.

Jede Klasse setzte sich zudem ein Ziel, das nun gerahmt in den Klassenzimmern an der Wand hängt. „Wir wollen andere so behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen“, steht dort zum Beispiel, „Helfen statt weggucken“ oder „Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!“

Gut 3.000 Schulen in Deutschland mit zusammen mehr als zwei Millionen Schülern in Deutschland gehören bereits dem Netzwerk an, berichtete Referatsleiterin Schanz. Das Netzwerk berät die Schulen und unterstützt sie mit Materialien. Der Kampf gegen Rassismus und andere Formen der Ausgrenzung stärke die Demokratie und die Achtung der Menschenrechte, führte Schanz aus.

Als Paten gewann das Felix-Klein-Gymnalisum das Schauspieler-Duo Die stillen Hunde. In einer szenischen Lesung erinnerten Stefan Dehler und Christoph Huber an die Schriftstellerin und Reporterin Maria Leitner. Die Sozialistin, Feministin und Pazifistin bezog mutig Position gegen die Nazis. 1942 starb sie verarmt im französischen Exil in Marseille. (Michael Caspar)

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