„Männer sind Jäger, Frauen sind Sammlerinnen“

Felix Theissen überzeugt als „Caveman“ in der Göttinger Stadthalle

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„Bin ich wirklich nur ein primitiver Höhlenmensch?“, fragt sich Schauspieler Felix Theissen in dem Ein-Personen-Stück „Caveman“ in der Stadthalle Göttingen.

Göttingen. Eigentlich sind ja alle Klischees, die es über Männer und Frauen so gibt, allseits bekannt. Mit „Caveman“ kommt allerdings ein Programm daher, das alle bisher gekannten Klischees in neuem Licht erscheinen lässt.

Schnell wird klar, dass das Ein-Mann-Stück von dem Amerikaner Rob Becker zu Recht das erfolgreichste Solostück am Broadway wurde. Denn: Es bedient sich nicht nur der Klischees, sondern spitzt sie zu und überzeichnet sie so gekonnt, dass sich Männer und Frauen darin wiedererkennen und gemeinsam darüber lachen können.

In Deutschland wird das Stück in der Übersetzung von Kristian Bader von Esther Schweins inszeniert und von insgesamt acht Schauspielern aufgeführt. In der Göttinger Stadthalle schlüpfte am Freitagabend Felix Theissen in die Rolle des sympathischen Helden Tom, der nach einem Streit aus dem gemeinsamen Haus mit seiner Frau Heike rausfliegt. Tom fängt an, über Männer und Frauen, ihre Beziehung zu- und miteinander zu philosophieren. Er fragt sich: „Was bedeutet es heute überhaupt, ein Mann zu sein? Bin ich wirklich nur ein primitiver Höhlenmensch, ein Caveman?“.

In seiner Verzweiflung fleht er im „magischen Unterwäschekreis“ die Götter um Hilfe an. Im Traum erscheint ihm dann ein Urahne aus der Steinzeit um seine jahrtausendealte Weisheit mit ihm zu teilen: Männer sind Jäger, Frauen sind Sammlerinnen.

Beflügelt von dieser Erkenntnis fragt Tom sich: „Warum betrachten wir Frauen und Männer nicht einfach als völlig unterschiedliche Kulturen? Mit verschiedenen Sprachen, verschiedenen Verhaltensweisen und verschiedener Herkunft?“

In den folgenden zwei Stunden analysiert Tom aus dieser Erkenntnis heraus, warum es zu den zahlreichen Missverständnissen zwischen Männern und Frauen bei wichtigen Themen wie Freundschaft, Einkaufen, Sex oder Fernsehprogramm kommt und erklärt, welche Erfüllung „rumsitzen, ohne zu reden“ für Männer bedeuten kann.

Mit seiner Spielart schafft Theissen es, das Publikum zu fesseln und die Klischees aus einer neuen Sicht zu betrachten. Dass das Stück bei dem Publikum sehr gut ankommt, merkt man an den Paaren, die sich lachend gegenseitig in die Seiten knuffen mit den Worten „Das bin eins zu eins ich.“ Auch zum Schluss verlassen die Pärchen Arm in Arm den Saal und haben ein wenig das Gefühl einander etwas besser zu verstehen.

Von Kristina Stein

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