Rund 300 Menschen bei Kundgebung in der Innenstadt

Feministisches Bündnis demonstriert in Göttingen gegen Abtreibungsparagrafen

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Demonstration gegen die Abtreibungsparagrafen: Rund 300 Menschen forderten am Samstag in der Göttinger Innenstadt ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung.

Göttingen. Knapp 300 Menschen haben am Samstag in der Göttinger Innenstadt für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und für die Abschaffung der Paragrafen 218 und 219 des Strafgesetzbuches demonstriert. Aufgerufen dazu hatte das neu gegründete feministische Bündnis „Wir sind laut“.

In Deutschland steht Abtreibung unter Strafe und wird von den beiden Paragrafen geregelt. Diese stünden im Widerspruch zur Informationsfreiheit und körperlichen Selbstbestimmung, sagte eine Teilnehmerin der Demo. Frauen sollten aus ihrer Sicht das Recht haben, über ihre Schwangerschaft selbst zu bestimmen und sich sachliche Informationen einholen zu können, um sich für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch zu entscheiden.

„Dass eine Abtreibung nur unter bestimmten Auflagen straffrei ist, schränkt schwangere Personen in ihrer Freiheit ein, eine absolut selbstbestimmte Entscheidung über ihren eigenen Körper zu treffen“, erklärte eine Aktivistin der Grünen Jugend Göttingen. Weiterhin würde der Paragraf 219a des Strafgesetzbuches den Zugang zu sachlichen Informationen, zu unabhängiger Beratung und Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen verhindern. So werde das Recht auf den freien Zugang zu Informationen von schwangeren Personen eingeschränkt.

Aktueller öffentlicher Diskurs

Das Thema Schwangerschaftsabbruch ist wieder in den aktuellen öffentlichen Diskurs geraten, nachdem im November vergangenen Jahres eine Gießener Ärztin vor Gericht stand. Ihr wurde vorgeworfen, über ihre Webseite Zugang zu Informationen über den Schwangerschaftsabbruch zu ermöglichen und damit gegen den Paragrafen 219a verstoßen zu haben. Abtreibungsgegner zeigten die Ärztin an. Sie wurde zu einer Geldstrafe von 6000 Euro verurteilt. Im Zuge des Prozesses wurde dem Bundestag eine Petition überreicht, in der die Abschaffung dieses Paragrafen gefordert wurde.

Der Demonstrationszug begann um kurz nach 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz und führte über Goetheallee, Prinzenstraße und Theaterstraße zunächst zum Wilhelmsplatz. Hier fand eine Zwischenkundgebung statt, ebenso wie später auf dem Marktplatz vor dem Gänseliesel. Der erste Block des Demonstrationszuges war Frauen, Lesben, Transgender und Intersexuellen vorbehalten.

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