SC Hainberg organisiert Aktion

Ferienspaß für benachteiligte Kinder in Göttingen

Ferienprogramm in Göttingen: (von links) Lukas Zekas, Cornelia Manthey, Ekkehard Jung, Petra Broistedt, Lars Willmann, Anna-Lena Graefe und Ivana Bicvic
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Bieten ein Ferienprogramm auf den Zietenterrassen in Göttingen: (von links) Lukas Zekas, Cornelia Manthey, Ekkehard Jung, Petra Broistedt, Lars Willmann, Anna-Lena Graefe und Ivana Bicvic stellten das Projekt vor.

Ein spezielles Ferienprogramm gibt es für die Kinder des Göttinger Hochhauskomplexes an der Groner Landstraße 9. Er stand nach Corona-Fällen komplett unter Quarantäne. Drei Wochen lang spielen, basteln und lernen Betreuer des SC Hainberg mit 35 Sechs- bis Zwölfjährigen.

Göttingen – „Die Zeit, in der wir den Wohnkomplex absperren mussten, war schwer für die mehr als 200 dort lebenden Kinder und Jugendlichen“, erklärt Göttingens Dezernentin für Soziales und Kultur, Petra Broistedt. Deshalb bietet die Stadt einigen der jungen Menschen während der Sommerferien etwas Besonderes. Knapp 30 000 Euro gibt die Stadt aus. 27 000 Euro übernimmt die Göttinger milde Stiftung. An den Kosten beteiligen sich zudem der Göttinger Verein für Jugendfragen, die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung und der Landessportbund.

„Wir haben drei feste Gruppen gebildet, die jeweils von drei festen Teamern betreut werden“, berichtet Lars Willmann vom SC Hainberg. Es wird HipHop getanzt und Fußball gespielt. Die Kinder turnen auf Airtrack-Matten. Sie können ein Sportzeichen erwerben. Drei Räume, darunter die 600 Quadratmeter große Funsport-Halle, stehen zur Verfügung. Die Gruppen erkunden aber auch die Natur, sind im nahen Wald unterwegs. Sie gestalten Buttons und Taschen. „Rituale geben dem Tag eine Struktur“, ergänzt Vereinsmitglied Lukas Zekas. Teilnehmende essen mittags zusammen mit ihrer Gruppe.

„Da die Kinder aufgrund der Quarantäne zum Teil mehrere Wochen lang nicht in die Schule durften, wird in Absprache mit den Bildungseinrichtungen Lehrstoff wiederholt“, betont Dezernentin Broisteht. Es gibt Hausaufgaben, die die Schüler unter Betreuung machen.

Ein Bus holt die Sechs- bis Zwölfjährigen jeden Morgen an der Groner Landstraße ab und bringt sie zum Clubheim des SC Hainberg an der Bertha-von-Suttner-Straße 2 auf den Zietenterrassen. Am Nachmittag geht es mit dem Bus wieder zurück.

Den Kontakt zu den Kindern hat der Kids Club der Jugendhilfe Göttingen hergestellt. Er ist seit Jahren im Hochhauskomplex aktiv. Die Jugendhilfe betreibt zudem das benachbarte Jugendhaus Gartetalbahnhof. Der Verein stellt eine Dolmetscherin. Viele der rumäischsprachigen Kinder beherrschen nur wenig Deutsch. „Aufgrund der Sprachbarriere wollten einige nicht mitmachen“, weiß die Dezernentin. Andere verbringen die Ferien in der Heimat auf dem Balkan. „Insgesamt ist die die Resonanz aber, auch von Seiten der Eltern, sehr gut,“ betont Stadtjugendpfleger Ekkehard Jung.

Der SC Hainberg hofft, einige der Teilnehmenden dauerhaft für das eigene Programm zu begeistern. Darauf setzt auch die Dezernentin, die die integrative Arbeit des Vereins lobt. Der Sportclub hat sich bereits um Flüchtlinge gekümmert, die 1999 im Zuge des Kosovokriegs nach Deutschland kamen. Hervorgegangen ist der Sportclub, der heute 800 Mitglieder zählt, 1979 aus einer Kneipenmannschaft. Das Angebot auf den Zietenterrassen ist Teil des breiten Ferienprogramms der Stadt.

Von Michael Caspar

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