Kreativ in schweren Zeiten

Fernsehköchin kocht Kürbissuppe für die Göttinger Tafel

Herbstliches Gericht für die Tafel-Kunden: Fernsehköchin Jacqueline Amirfallah füllt ihre Kürbissuppe in 100 Portionsbecher ab.
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Herbstliches Gericht für die Tafel-Kunden: Fernsehköchin Jacqueline Amirfallah füllt ihre Kürbissuppe in 100 Portionsbecher ab.

Rund um das Erntededankfest werden zahlreiche Kürbisse kunstvoll dekoriert. Doch was geschieht mit dem für den Herbst typischen Gemüse danach?

  • ARD-Fernsehköchin Jacqueline Amirfallah kocht für die Tafel
  • Übrig gebliebene Riesen-Kürbisse werden zu 100 Portionen Suppe verarbeitet
  • Amirfallah unterstützt die Tafel schon seit Jahren ehrenamtlich

Göttingen – ARD-Fernsehköchin Jacqueline Amirfallah bereitet aus dem von den Kirchen gespendeten Riesen-Kürbissen eine Suppe mit orientalischen Aromen für die Göttinger Tafel zu. „Diese Akion ist ein schönes Beispiel dafür, wie man in schweren Zeiten kreativ etwas Gutes tun kann“, sagt Moritz Wiethaup, Leiter der Göttinger Tafel. Bereits während des ersten Lockdowns im Frühjahr unterstützten Jacqueline Amirfallah und ihr Mann die Tafel mit Spenden, die in ihrem Göttinger Bistro „Apex“ gesammelt wurden. Die Tafel gibt eigentlich nur Lebensmittel aus. Da es aber schwierig sei, Riesenkürbisse gerecht aufzuteilen, hatte Amirfallah die Idee für die Tafel zu kochen. Dies sei auch ein schöner Ersatz für das Kürbisfest der Tafel, das aufgrund der Beschränkungen durch die Coronapandemie ausfallen musste.

An der Ausgabe werden die Tafel-Kunden nach ihren Vorlieben gefragt. Die Kürbissuppe steht dabei hoch im Kurs.

Engagement für die Tafel

Amirfallah ist der Göttinger Tafel schon lange freundschaftlich verbunden. „Bei der Tafel mitzuhelfen ist mir eine Herzensangelegenheit und macht jede Menge Spaß. Aber noch lieber koche ich. Also ist das eine wunderbare Gelegnheit, beides zu verbinden.“, sagt die gebürtige Göttingerin.

Gemeinsam mit ihrem Mann engagiert sich Amirfallah immer wieder bei der Tafel, kümmert sich um Warensortierung und -ausgabe – so wie alle anderen eherenamtlichen Helfer auch. Dabei gibt sie gern auch Rezeptideen zu den verschiedenen Lebensmitteln und Zutaten weiter.

Jacqueline Amirfallahs Kürbissuppe

Zum Ausprobieren: Jacqueline Amirfallah hat den Lesern der HNA ihr Rezept der Kürbissuppe zur Verfügung gestellt.

Zutaten:

1 Riesenkürbis von circa 10 Kilo

10 Zwiebeln

500 Gramm mehlig kochende Kartoffeln

Salz, Chilipulver, Kardamom, Kreuzkümmel, Zimt

500 ml Kokosmilch

Zubereitung:

Den Kürbis in Stücke schneiden und schälen.

Schälen und in Stücke schneiden.

Schalen waschen und zusammen mit allen Innereien und Kernen in einen Topf geben und mit Wasser bedecken, salzen und zum kochen bringen, circa 20 Minuten köcheln lassen und durch ein Sieb geben.

Zwiebeln schälen und grob zerkleinern, in Sonnenblumenöl anbraten, Gewürze zugeben, kurz mitbraten lassen, dann die Kürbisbrühe drauf Gießen, die Kürbisstücke und die geschälten, in Stücke geschnittenen Kartoffeln zugeben, ca. 30 Minuten weich kochen.

Pürieren und ein wenig Kokosmilch zugeben, nochmal abschmecken.

Ihre Kürbissuppe verfeinert die aus der Fernsehsendung „ARD Buffet“ bekannte Köchin mit orientalischen Gewürzen wie Kreuzkümmel und Chili. Bei der Ausgabe findet Amifallahs Gericht regen Anklang. Die Suppe wurde von einer „Spitzenköchin“ zubereitet, war dort zu hören. „Ob es allen geschmeckt hat, werden wir erst später erfahren“, sagt Wiethaup, der sich aber zielmlich sicher ist, dass die Rückmeldungen positiv sein werden. (Natascha Terjung)

Schwere Zeit für Tafeln

Aktuell sind bundesweit 950 Tafeln unter Berücksichtigung der Hygiene- und Abstandsvorgaben im Einsatz. Doch aufgrund des Teil-Lockdowns werden seit Anfang November immer weniger Lebensmittel an die Tafeln gespendet. Auch die Anzahl der eherenamtlichen Helfer sei zurück gegangen, sagt Jochen Brühl, Vorsitzender des Vereins „Tafel Deutschland“. Die Helfer der Tafel seien überlastet, da Lebensmittel auch angeliefert werden müssten oder feste Abholzeiten nötig seien, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Zudem seien viele Kunden im Rentenalter und gehörten somit zur Risikogruppe. Um Kunden und Helfer schützen zu können, fordert Brühl schnelle Hilfen von Bund und Ländern. 

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