Fernwehfestival auch Sonntag in der Uni Göttingen

Das Fernweh im Hörsaal so richtig ausleben: Tausende kommen zu Vorträgen

Göttinger Fernwehfestival mit gemischtem Publikum: Prall gefüllte Ränge in den großen Hörsälen des Zentralen Hörsalgebäudes (ZHG) der Uni Göttingen. Foto: Per Schröter

Göttingen - Mieses Wetter, tolle Reisen - viele tausend Besucher nutzten die Chance, um sich beim Fernwehfestival im Göttinger Hörsaalgebäude tolle Vorträge anzuhören.

Fernweh ist ein Gefühl, das wohl die meisten Menschen kennen dürften. Kein Wunder also, dass auch die 16. Auflage des Göttinger Fernweh-Festivals wieder wahre Menschenmassen ins Zentrale Hörsaalgebäude der Georg-August-Universität lockte, wo sich die Sehnsucht nach Reisen in bei finsterem Winterwetter bestens ausleben lässt – auch am heutigen Sonntag noch.

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was verzählen.“ Dass dieser Satz aus „Urians Reise um die Welt“ von Matthias Claudius hundertprozentig zutrifft, davon konnten sich die Besucher gleich bei der ersten von elf Multivisionsshows überzeugen. Weltenbummler Andreas Pröve, der bereits zum fünften Mal beim Fernweh-Festival zu Gast war, nahm sein Publikum mit auf eine ebenso bunte wie abenteuerliche Reise in den Süden Indiens. Das Besondere: Pröve ist nach einem Motorradunfall seit 37 Jahren querschnittsgelähmt und bereist seither im Rollstuhl die Welt.

Wenn er dann, zunächst mit viel Witz, davon berichtet, wie es ist, wenn man in fremden Ländern alle Nase lang mühselig selbst einen Plattfuss flicken muss, wie er seinen Rollstuhl speziell dafür umgebaut und sogar mit einem Motor bestückt hat, dann hat er die Menschen sofort in seinen Bann gezogen.

Anschließend wirft Pröve bei den Erzählungen über seine inzwischen 14. Reise nach Indien einen bildgewaltigen Blick hinter die Kulissen. Er berichtet, wie er sich mit Straßenkindern anfreundet und erfährt von ihren Problemen.

Immer wieder begegnet er der reichen Kultur Indiens und den vielen Facetten des Hinduismus, der im Alltag der Menschen eine wichtige Rolle spielt. Und er portraitiert außergewöhnliche Menschen, die ihm auf seinem Weg rund um den südlichen Teil des Subkontinents begegnet sind.

„Gerade in dieser dunklen Jahreszeit kommt bei mir immer wieder Fernweh hoch und da tut es einfach gut, sich bei so einer tollen Veranstaltung zumindest im Kopf in fremde Länder entführen zu lassen und fremde Kulturen kennen zu lernen“, sagt Klaus Dombrowsky, der seit Jahren zu den Stammgästen des Festivals zählt. „Außerdem kann man sich hier großartig für künftige Reisen inspirieren lassen“, so der Eichsfelder.

Um tatsächlich für jeden Geschmack etwas im Programm zu haben, hatte Veranstalter Matthias Hanke vom Verein Lichtblicke wieder einen bunten Reiseberichts-Cocktail vorbereitet. Von Abenteuerreisen in die Arktis, nach Costa Rica oder auf die Kanalinseln über eine Zugfahrt vom Nordkap zum Kap der Guten Hoffnung bis zum Bericht über das Leben unter Geparden im Senegal ging es am ersten Veranstaltungstag. Darüber hinaus gibt es an den Ständen verschiedener Institutionen und gewerblicher Anbieter im Foyer des ZHG allerlei rund ums Reisen zu entdecken und zu kaufen. 

Sonntag geht es weiter

Am Sonntag geht die Reise weiter. Dann stehen auch auf dem Programm. „Kuba“ (14 Uhr), „Die Kanalinseln“ (14.30 Uhr), „Toskana“ (17 Uhr), „Deutschland per Rad“ (17.30 Uhr) und „Tibet“ (19.30 Uhr) auf dem Programm. (per)

Tageskarten für 34 Euro sowie Einzelkarten für 13 Euro gibt es Sonntag noch an der Tageskasse. Weitere Informationen hier.

Tipps

Was sollte man beachten, wenn man eine Reise in ein fernes Land antreten will. Matthias Hanke, Veranstalter des Göttinger Fernweh-Festivals, gibt einige Expertentipps: - Sich je nach Reiseziel impfen lassen. - Mit entsprechender Lektüre gut auf die Reise vorbereiten. - Die Ausrüstung auf das Reiseland und das dort vorherrschende Klima abstimmen. - Genug Zeit einplanen, um sich das Land seiner Träume in Ruhe anschauen zu können. - Versuchen, privat bei Menschen unterzukommen, weil man nur dann mittendrin ist. - Und das wichtigste: Immer schön neugierig bleiben! (per)

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