Literaturherbst

Festival in Göttingen festigt mit OnAir-Ticket und medialer Verbreitung die Marke

Auch das ist Literaturherbst in Göttingen: Musik-Legende Achim Reichel las in der Lokhalle vor mehr als 400 Zuhörern aus seiner Autobiografie und machte natürlich auch Musik. Links NDR-Kultur-Redakteurin Julia Westlake. 
 
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Auch das ist Literaturherbst in Göttingen: Musik-Legende Achim Reichel las in der Lokhalle vor mehr als 400 Zuhörern aus seiner Autobiografie und machte natürlich auch Musik. Links NDR-Kultur-Redakteurin Julia Westlake.  

Der Literaturherbst ist als eines der wenigen Kulturfestivals 2020 in Deutschland über die Bühne gegangen. 6400 Besucherinnen und Besucher erlebten die 60 Veranstaltungen aus dem Bereich Belletristik und Sachbuch live vor Ort.

Göttingen – Insgesamt waren viel mehr Zuschauer dabei, über das neue OnAir-Ticket, das für 18 Euro mehr als 3000-mal verkauft wurde und selbst nach Frankreich, Schweden und Paraguay gekauft wurde, wie Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold sagt. „Wir sind internationaler geworden und hat so viele mediale Aufmerksamkeit wie noch nie“, freut sich Herberhold, der nach dem letzten Festivaltag „große Erleichterung“ verspürte. „Es sah lange nicht gut aus, dass wir tatsächlich bis zum letzten Tag das Programm erleben konnten.“ Mit enormen Einsatz hätten es das gesamte Team, darunter auch Praktikanten und Volontäre, möglich gemacht. So fielen nur wenige Programmpunkte aus, „darunter leider die Veranstaltungen in Northeim und das Finale mit dem Moka Efti Orchestra in Einbeck“.

Es galt aber, als Präsenzveranstaltungen geplante Lesungen zu Webinaren und offenen OnAir-Übertragungen „umzubauen“. So beim Auftritt der YouTuberin und Wissenschaftserklärerin Mai Thi Nguyen-Kim. Gestreamt aus Duderstadt wurde der hochinteressante Auftritt von Peter Maffay samt Musikdarbietungen. Das kam auch im Netz groß an: viele Tausend sahen zu. Das Live-Streamen oder Aufzeichnen – mit kräftiger Unterstützung von Sartorius – und Bereitstellen via Mediathek wurde also stark nachgefragt, was Herberhold begeistert: „Wir haben so eine neue Dimension erreicht. Das habe ich in der Form nicht erwartet.“

Auch nicht, dass Lesungen wie im Göttinger Schwurgerichtssaal mit dem Göttinger Rechtsanwalt und Autor Markus Thiele auf großes Interesse bei Ticketkäufern und Online-Zuschauern stieß. „Auf den Veranstaltungsort Gericht waren viele gespannt.“ Deshalb wolle man 2021 weiter auf außergewöhnliche Spielstätten setzen.

Das laut Herberhold aus der Not und der Angst vor einem Ausfall des Festivals geborene OnAir-Angebot jedenfalls zeige dem Literaturherbst und der Veranstaltungsbranche neue Wege auf. Künstler live vor Ort, das sei weiter wichtig, aber ebenso die Übertragung der Events via Internet. „Es verändert sich viel und es wird sich noch mehr verändern in der Veranstaltungsbranche.“

Die Technik für Streaming werde besser und billiger werden. Aktuell wäre das OnAir-Angebot ohne „Sartorius nicht zu stemmen gewesen“. Dennoch: Trotz Förderung wie durch Stadt, Landkreis und Sponsoren müssen die Organisatoren auch öffentliche Hilfsgelder beantragen. Dass das Festival über die Bühne ging, hat viele Menschen gefreut, sagt Herberhold. „Neun von zehn Rückmeldungen waren positiv – das gibt es sonst nicht.“ (Von Thomas Kopietz)

Das OnAir-Ticket gibt es bis Ende November: www.literaturherbst-on-air.com

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