Übung in Rosdorf

Simulierter Großeinsatz bei Rosdorf: 16 verunfallte Autos beim Göttinger Rettungstag

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Großer Aufwand: Beim Göttinger Rettungstag standen für die Teilnehmer auf einem Firmengelände in Rosdorf 16 Unfallfahrzeuge bereit.

Rosdorf. Feuerwehr-Einsatzkräfte aus den Landkreisen Göttingen, Northeim, Eichsfeld, Kassel und Lehrte bei Hannover übten beim Göttinger Rettungstag in Rosdorf.

Samstagvormittag auf einem Gelände am Ortseingang von Rosdorf: 16 Unfall-Autos stehen und liegen verteilt auf dem weitläufigen Areal. Was aussieht wie ein Massenunfall, ist das Szenario des fünften Göttinger Rettungstages, der vom Verein der Freiwilligen Feuerwehr Obernjesa veranstaltet wird.

Geballte Informationen zum Thema „Patientenorientierte Rettung“ in Theorie und Praxis versprach die Vorankündigung. Und die über 60 Teilnehmer werden nicht enttäuscht.

Sie kommen von Feuerwehren und Rettungsdiensten aus den Landkreisen Göttingen und Northeim, aber auch aus dem Thüringer Eichsfeld, aus Wolfhagen im Landkreis Kassel und aus Lehrte bei Hannover.

Harte Arbeit: Der Einsatz bei einem Auto mit eingeklemmter Person wurde beim Rettungstag in Rosdorf trainiert. Foto: Rampfel

Nach einer Theorie-Einheit wird an fünf Stationen auf dem Freigelände trainiert – meist stand dabei die Rettung von verletzten und eingeklemmten Personen aus verunfallten Pkw im Fokus.

Die Unfallwagen wurden vorher extra mit einem Bagger zerstört, damit es nicht zu einfach war, die Eingeklemmten zu befreien. Mitglieder der Jugendfeuerwehr Obernjesa mimen die Verletzten.

An Station vier wird der Auffahrunfall an einem Stauende simuliert. Ein Auto ist dabei unter einen Lastwagen gerast. Instruktor Dr. Tim Heyne gibt vor, die Person in zehn Minuten aus dem demolierten Jetta zu retten.

Teilnehmer Dennis Woyke aus Förste bei Osterode schlägt vor, den „Verletzten“ über den Kofferraum zu retten. „Das schaffen wir aber nicht in zehn Minuten“, gibt er zu Bedenken. Als Alternative kommt die Rettung über eine große Seitenöffnung in Betracht, bei der Vorder- und Hintertür mit hydraulischer Rettungsschere und -spreizer herausgetrennt werden.

Jetta unter Lastwagen: Was ist in einem solchen Fall zu tun? Das lernten die Einsatzkräfte beim Rettungstag in Rosdorf. Foto: Rampfel

An weiteren Stationen wird ein Seitenaufprall gegen ein Beton-Hindernis oder die Rettung in schwierigem Gelände geübt, wo ein Wagen auf dem Kopf an einem Hang liegt.

In einer großen Halle werden den Teilnehmern Fahrzeuge der neuesten Generation mit alternativen Antrieben gezeigt und was bei einem Unfall zu beachten ist. Als Beispiel diente der Fall eines explodierten Erdgastanks eines Fahrzeuges im vergangenen Jahr an einer Duderstädter Tankstelle.

An der letzten Station wird den Feuerwehrleuten die neueste Rettungsdienst-Ausrüstung gezeigt. Die zehn Ausbilder sind erfahrene Experten von den Berufsfeuerwehren Hannover und Göttingen, der Freiwilligen Feuerwehr Groß Schneen, vom Arbeiter Samariter Bund und einer Spezialfirma für Rettungsausrüstung.

„Wir geben keinen genauen Weg zur Rettung der Einklemmten vor“, sagt Organisator Christian Rambow. „Wichtig ist, dass im Verlauf gemeinsam eine Lösung erarbeitet wird. Durch die rettungsdienstlich geschulten Instruktoren ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit ein Schwerpunkt der praktischen Ausbildung.

Der nächste Göttinger Rettungstag soll 2019 stattfinden.

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