Polizei musste eingreifen

Göttinger Feuerwehrleute in Silvesternacht mit Böllern beworfen

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Vermutlich durch Silvesterraketen geriet Unrat auf dem Balkon eines Mehrfamilienhauses im Göttinger Stadtteil Grone-Süd in Brand: Beim Löschen wurden Einsatzkräfte mit Böllern attackiert.

Göttingen. Bei einem Einsatz in der Neujahrsnacht sind Feuerwehrleute und Polizisten in Göttingen mit Böllern und Raketen attackiert worden. Glücklicherweise wurde bei dem Einsatz niemand verletzt.

Aktualisiert um 14.40 Uhr - Die Polizei musste mit einem massiven Aufgebot eingreifen, um die Lage zu beruhigen.

Die Feuerwehr rückte gegen 0.15 Uhr in den Göttinger Stadtteil Grone-Süd aus. Dort war Unrat auf dem Balkon vermutlich durch Silvesterraketen im ersten Obergeschoss eines Mehrfamilienhauses an der Sollingstraße in Brand geraten. Das Wohn- und Geschäftshaus wurde nach Polizeiangaben offenbar gezielt mit Feuerwerkskörpern beschossen.

Etwa 50 bis 60 Schaulustige verfolgten die Löscharbeiten. Aus der Menge heraus wurden die Einsatzkräfte mit Böllern und Raketen beworfen beziehungsweise beschossen. Deshalb rückte die Polizei mit einem größeren Aufgebot an Beamten an. Eine ungehinderte Löschaktion war erst nach Räumung des Einsatzortes durch die alarmierten Unterstützungskräfte der Polizei möglich. Bereits vor einem Jahr kam es an der Sollingstraße zu einem ähnlichen Zwischenfall.

Fenster wurden zerstört

Das Feuer zerstörte die Fenster der Wohnung und griff auch auf benachbarte Balkone über. Die betroffene Wohnung ist vermutlich zunächst nicht bewohnbar. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Brandstiftung eingeleitet. Der Brandort wurde beschlagnahmt. Neben mehreren Funkstreifenbesatzungen der Polizei waren die Göttinger Berufsfeuerwehr, die Uni-Feuerwache sowie die Freiwilligen Feuerwehren Grone und Stadtmitte im Einsatz. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf etwa 20.000 Euro. Zeugen, die das Geschehen an der Sollingstraße beobachtet haben, werden gebeten, sich unter Tel. 0551/491-2115 bei der Göttinger Polizei zu melden.

124 Einsätze zum Jahreswechsel

Insgesamt gab es zum Jahreswechsel in Stadt und Landkreis Göttingen 124 Einsätze - unter anderem wegen häuslicher Gewalt, Körperverletzungen, Streitigkeiten, Verkehrsunfällen und Brandermittlungen.

Feuerwerk zum Jahreswechsel über Göttingen: Das Foto wurde vom Ortsteil Elliehausen aus aufgenommen. Leider zog 15 Minuten nach Mitternacht eine Regenfront durch. Deshalb zog es viele gleich wieder nach drinnen.

Das Feuerwerksverbot in der Innenstadt wurde weitgehend eingehalten, lobte die Polizei das Verhalten der Besucher der Innenstadt. Nur vereinzelt gab es Verwarnungen. Zu der entspannten Situation trug vermutlich auch das schlechte Wetter in der Neujahrsnacht bei. Ab 0.15 Uhr zog eine Regenfront über Göttingen: Viele gingen deshalb wieder in die Häuser zurück. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben 17 mündliche Verwarnungen ausgesprochen. 

Erstmalig wurde von Mitarbeitern der Stadt in einem Fall auch ein Verwarngeld in Höhe von 50 Euro für einen Verstoß gegen das Böllerverbot erhoben.

Den Einsatz von Bengalos beziehungsweise Feuerwerkskörpern registrierten die Beamten im Bereich Obere-Masch-Straße sowie im Bereich der Roten Straße. Am Kornmarkt kamen etwa 200 Personen zum Feiern zusammen. Etwa 350 Personen trafen sich im Bereich des Albaniplatzes.

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