Keine Retter in Rüstungen

Feuerwehrverband Göttingen lehnt Schutzwesten ab

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Die Feuerwehrgewerkschaft in Nordrhein-Westfalen fordert Schutzwesten für die Einsatzkräfte. Das wird vom Kreisfeuerwehrverband Göttingen abgelehnt.

In einer Stellungnahme aus dem Nachbarbundesland hieß es zur Begründung, dass viele Einsatzkräfte immer häufiger Opfer von Gewalt werden. Daher müssten die Städte als Arbeitgeber Schutzwesten anschaffen, so schreibe es der Arbeitsschutz vor.

Der Kreisfeuerwehrverband Göttingen mahnt, der gesetzliche Arbeitsschutz dürfe nicht ignoriert werden. „Daher ist es an dem Träger der Feuerwehr oder der Rettungsdienste, eine Gefahrenanalyse in der Angelegenheit zu erstellen“, sagt Verbandsvorsitzender Martin Willing (Rosdorf). 

Er zitiert aus einer aktuellen Information der Unfallversicherungsträger, dass das standardmäßige Tragen der Schutzwesten nicht zielführend sei.

Aktive könnten zum bevorzugten Ziel von Übergriffen werden

Der Kreisfeuerwehrverband Göttingen lehnt das Tragen von Schutzwesten im Einsatzdienst ab, da diese aggressiv provozieren könnten, wenn „Retter in Rüstungen“ auftauchten. 

„Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst werden durch das Tragen von Schutzwesten von potenziellen Angreifern oftmals dem Bereich der Ordnungskräfte zugeordnet“, schreibt Willing. Die Aktiven werden somit zum bevorzugten Ziel von Übergriffen, befürchtet Willing.

„Wir geben zu bedenken, dass Schutzwesten nicht vor Tritten und Schlägen ins Gesicht schützen“, ergänzt Willing. Angriffe mit Messer oder anderen Waffen seien die absolute Ausnahme. „Somit sind die Schutzwesten nicht das Nonplusultra.“

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