Filmdreh gegen Minusgrade

Film-Team um ehemaligen Schüler vom Hainberg-Gymnasium dreht wieder

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Von der Visagistin übel zugerichtet (von links): die Schauspielerinnen Helena Finn und Lynn Ebert.

Göttingen. Die Eiseskälte hat sie nicht abgehalten: Zum letzten Dreh für einen neuen Film hat sich das Team um Nathan Lauer bei Minusgraden bei Bettenrode getroffen. In der Nacht ging die letzte Szene in den Kasten. "Sisyphos" soll das neue Werk heißen.

Den Vorgängerfilm „Primal State“ hat Autor, Regisseur und Kameramann Nathan Lauer mit Mitschülern und weiteren Helfern in seinem letzten Schuljahr am Hainberg-Gymnasium gedreht, im Lumière feierte der Streifen vor zwei Jahren Premiere.

Im Zentrum der Story von „Sisyphos“ steht ein von der Vergangenheit gejagter Mann. Tief beunruhigt durch einen Blinden irrt er umher und trifft Menschen, die ihn mit Gewesenem konfrontieren.

Vorbilder Camus und Kafka

Der Betrachter des etwa einstündigen Films werde in die Geschichte „hineingeworfen“, sagt Lauer. Stark beeinflusst sei die Geschichte von Albert Camus‘ „Der Mythos des Sisyphos“ außerdem von anderen existenziellen Denkern. Lauer nennt Dostojewski und vor allem Franz Kafkas Roman „Der Prozess“.

Keine Sisyphos-Arbeit: Nathan Lauer und Felix Müller (rechts) bei den Dreharbeiten zu seinem neuen Film „Sisyphos“.

Heute soll ein Autounfall in den Kasten. Dafür geht Lynn Ebert in die Maske. Wie Helena Finn wird sie Unfallopfer und muss dafür sichtbare Verletzungen bekommen. Platz dafür ist nur in einem Auto. Mit Philine Reimann vom Deutschen Theater ist diesmal sogar ein Profi dabei und kreiert Wunden. Nach Finn nimmt sie die Hauptfigur, Jan Salomon Schröder, unter ihre Fittiche. Angesichts der Kälte hat er beim Schminken Glück: Als Sisyphos trägt Schröder eine Mütze; die darf er auch beim Schminken aufbehalten.

Die Filmmusik macht wie bei „Primal State“ Gero Klinger. Außerdem sei er maßgeblich an der Organisation des letzten Drehs beteiligt, lobt Lauer.

Das Unfallauto sei ein Fahrzeug für den Schrott. Klinger hat es von Bekannten bekommen und auf einem Anhänger zum Drehort transportiert. Mit Polizei, Gemeinde, Forstamt und Anwohnern sei alles abgesprochen. Lauer lobt die große Kooperationsbereitschaft auch für die nächtlichen Dreharbeiten.

„Die größte Herausforderung bei der Organisation des Drehs war, dass wir alle nicht mehr an einem Ort leben“, schildert der ehemalige Schüler vom Hainberg-Gymnasium, der wie viele seiner Mitschüler nun Student ist. Sie leben über ganz Deutschland verteilt, er selbst studiert in den Niederlanden „International Relations“.

Inklusive Schreiben habe das Projekt etwa ein dreiviertel Jahr gedauert. Wie an diesem Abend deutlich zu spüren, habe dem Filmteam das Wetter mehrfach sehr zu schaffen gemacht. Doch um 3.30 Uhr ist alles im Kasten, gegen 4 Uhr, so Lauer, waren alle zu Hause. Nun will er sich neben seinem Studium ans Schneiden des Filmmaterials machen.

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