Preis für Spitzentechnologie-Unternehmen Abberior

Firmenausgründung von Nobelpreisträger Hell erhält bedeutende Auszeichnung

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Stefan Hell

Göttingen. 2014 räumte Stefan Hell (52) den Kavli- und den Nobelpreis für Chemie ab. Der Direktor am Göttinger Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie surft auch 2015 auf der Erfolgswelle:

Die Firmenausgründung von Hell und Kollegen, die Abberior Instruments GmbH hat am Donnerstagabend einen bedeutenden Preis erhalten.

Die Auszeichnung „Entrepreneur Of The Year“ honoriert unternehmerische Spitzenleistungen – weltweit in mehr als 60 Ländern. Bei der 19. Vergabe in Deutschland ist nun die Göttinger Abberior Instruments neben Nanogate, Canyon Cycles und Bartec einer der Preisträger.

Gegründet wurde Abberior 2011 von Dr. Gerald Donnert, Dr. Lars Kastrup und Dr. Vladimir Belov sowie – natürlich – Prof. Dr. Stefan Hell, der für seinen Trick, die Beugungsgrenze des Lichts im optischen Mikroskopierverfahren zu überwinden 2014 den Nobelpreis für Chemie erhalten hatte.

Daraus wurde das revolutionäre hochauflösende STED-Mikroskop entwickelt, das mittels leuchtender Stoffe Moleküle darstellen kann – auch in der lebenden Zelle. Zuvor waren Mikroorganismen nur bis zu einer Größe von 0,2 Mikrometer oder 200 Nanometer sichtbar. Mit STED und dem Einsatz von Lasern sowie eingefärbtem Gewebe gelang Hell die Auflösung von bis zu 15 Nanometern. Die Folge: Nervenzellen, E-Coli-Bakterien und andere Winzlinge wurde sichtbar – die optische Welt für den Menschen erweitert.

Dass der Firmensitz von Abberior im Uni-Nordbereich ganz in der Nähe des Max-Planck-Institutes für biophysikalische Chemie am Fassberg liegt, ist nur zu verständlich. Und auch Gründer Donnert arbeitete unter Hell am MPI, „der“ Nobelpreisträger-Schmiede in Göttingen.

Der Name Abberior erinnert an den Forscher Ernst Abbe. Der Titel beinhaltet auch das Wort „Superior“ im Sinne von „überlegen“. Das Unternehmen entwickelt und vermarktet Farbstoffe für hochauflösende Mikroskope.

Abberior hat 20 Mitarbeiter und ist „auf einem guten Weg“, wie Hell kürzlich in einem exklusiven HNA-Interview sagte. Der Nobelpreis für ihn und das Verfahren hätte auch für das Unternehmen Positives bewirkt.

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