Für eine guten Schulstart

„Fit fürs Leben“ mit mehr Unterstützung: Hilfe schon im Kindergarten

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Sie stellten das Projekt „Fit fürs Leben“ vor: (von links) Dr. Eckart Mayr (Gesundheitsamt Göttingen), Kreisrat Marcel Riethig, Stadträtin Petra Broistedt, Inken Holldorf (Leiterin der TK-Landesvertretung in Niedersachsen) und Corinna Morys-Wortmann, Leiterin der Geschäftsstelle der Gesundheitsregion Göttingen. 

„Fit fürs Leben“ lautet der Titel eines Projektes, mit dem Stadt und Landkreis Göttingen benachteiligte Kinder fördern und ihnen so einen guten Schulstart ermöglichen wollen. In dieser Woche erfolgte der offizielle Startschuss.

„Die Schuleingangsuntersuchungen sowohl in der Stadt als auch im Landkreis haben es in den letzten Jahren gezeigt: Kinder aus einem bildungsfernen Umfeld haben einen erhöhten Förderbedarf“, sagte Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt.

Nur 21 Prozent der Kinder aus dieser Lebenswelt erhielten eine uneingeschränkte Einschulungsempfehlung. Betroffen seien zum einen Kinder mit Migrationshintergrund, zum anderen Kinder von Eltern mit niedrigem oder gänzlich fehlendem Bildungsabschluss. 

„Bei Kindern aus einem bildungsnahen Umfeld liegt die Quote derer, die eine uneingeschränkte Einschulungsempfehlung bekommen, dagegen bei nahezu 60 Prozent“, sagte Broistedt.

Gleiche Chancen beim Schulstart

An diesem Ungleichgewicht setzt das mit 600 000 Euro von der Techniker Krankenkasse (TK) finanzierte und auf die Dauer von fünf Jahren angesetzte Projekt „Fit fürs Leben – Guter Schulstart durch frühe Prävention“ an. 

Ziel ist es, allen Kindern möglichst die gleichen Startchancen für den Schuleintritt zu gewähren. Erreicht werden soll dies durch ein kostenloses Unterstützungsangebot für Kinder in Kindertagesstätten, deren Eltern sowie Kita-Mitarbeiterinnen, das Ängste abbaut und die Stärken der Kinder fördert.

Blick auf die Stärken der Kinder

„Ohne Ängste und mit Blick auf jede einzelne Stärke, die die Kinder mitbringen, sollen Impulse für eine frühzeitige, nachhaltige Förderung der Kinder gesetzt und ein Unterstützungsangebot für alle am Aufwachsen Beteiligten ermöglicht werden“, sagte der für Jugend, Bildung und Soziales zuständige Kreisrat Marcel Riethig. 

Durch ein koordiniertes Angebot an Präventionsmaßnahmen und die gezielte Einbindung der Eltern solle nachhaltig die Gesundheit der in vielen Fällen übergewichtigen oder sogar adipösen Kinder verbessert werden.

„Die Durchführung des Projektes direkt in den Kindertagesstätten ermöglicht es, auch diejenigen Eltern zur Mitwirkung und Förderung ihres Kindes zu erreichen und zu motivieren, die durch das Angebot der Vorsorgeuntersuchungen bei Kinderärzten kaum erreicht werden“, betonte Petra Broistedt. 

Die Eltern werden aktiv eingebunden

Die Eltern würden dabei „als Vorbild und Entscheider“ aktiv mit in das Projekt eingebunden. Zu den Aufgaben der beiden eigens für „Fit ins Leben“ eingestellten Projektkoordinatorinnen Maria Niehus und Frauke Demming gehöre neben der Erhebung möglicher Bedarfe in den beteiligten Kindertagesstätten (in Göttingen vor allem westlich der Leine sowie im Landkreis unter anderem in Osterode und Herzberg) besonders die Zusammenarbeit und Absprache mit den pädagogischen Fachkräften. 

Zum eigentlichen Förder- und Präventionsprogramm zählen dann Angebote unter anderem aus den Bereichen Sport und Bewegung, Ernährung, Umgang mit digitalen Medien, Konzentration und soziales Verhalten. 

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