Gemeinschaftsunterkunft

Flüchtlinge bleiben auf der Siekhöhe: Es gibt massive Kritik

+
Umstrittene Gemeinschaftsunterkunft auf der Göttinger Siekhöhe: Sie wurde Mitte 2016 eingerichtet und soll nun bis mindestens Ende April 2019 geöffnet bleiben. 

Göttingen. Massive Kritik gibt es an den Plänen der Göttinger Stadtverwaltung, die Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge auf der Siekhöhe bis ins kommende Jahr hinein zu betreiben.

Die Stadtverwaltung hatte dies kürzlich angekündigt. Der Vertrag mit dem Deutschen Roten Kreuz, das die Unterkunft im Anna-Vandenhoeck-Ring betreut, soll zunächst um sechs Monate bis zum 30. April kommenden Jahres verlängert werden. Ursprünglich war vorgesehen, die Einrichtung Ende Oktober zu schließen.

Scharfe Kritik kommt vom „Refugee Network“ Göttingen: „Für die Stadtverwaltung gilt offenbar: Isolation in Lagern können nicht nur die Bayern. Das machen wir in Göttingen schon seit Jahren“, sagt Kristina Becker von der Initiative. Die Kritikpunkte, die die Siekhöhe seit ihrer Einrichtung begleiten, sind bekannt: Bei der Einrichtung handelt es sich aus Sicht von „Refugee Network“ um eine Unterbringung auf Turnhallen-Niveau.

„Die Unterkunft Siekhöhe ist unter vielen Gesichtspunkten keine akzeptable Unterkunft für Geflüchtete. Nicht mal für wenige Tage oder Wochen ist sie geeignet und trotzdem wohnen dort viele Menschen nun schon zum Teil seit Monaten“, kritisiert ein Mitglied der Grünen Jugend.

Auch der Göttinger Integrationsrat lehnt die Pläne der Stadt ab: „Nach wie vor fördert das Lager Siekhöhe die Isolation der Flüchtlinge von der Stadtgesellschaft und nimmt ihnen die Möglichkeit der Privatheit und eines selbstbestimmten und autonomen Lebens“, heißt es vom Integrationsrat.

Derzeit sind etwa 150 der vorhandenen 200 Plätze in der Einrichtung auf der Siekhöhe belegt. Wegen des angespannten Wohnungsmarkts in der Uni-Stadt ist es den Betreibern der Göttinger Flüchtlingsunterkünfte nicht gelungen, vermehrt Familien in dezentralen Wohnungen unterzubringen, begründet die Stadtverwaltung ihre Pläne, die Einrichtung bis ins kommende Jahr hinein zu betreiben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.