Zug mit Flüchtlingen stand im Bahnhof: Menschen von Notärzten betreut

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Zwangsstopp: Auf Gleis 4 im Göttinger Bahnhof stand am späten Mittwochnachmittag ein Zug , der Flüchtlinge von Salzburg nach Uelzen bringen sollte. Mitreisende wurden vermutlich wegen einer ansteckenden Krankheit von Notärzten versorgt.

Göttingen. Ein mit 500 Flüchtlingen besetzter Zug ist am Mittwoch gegen 16.30 Uhr in Göttingen angehalten worden: Vier Personen wurden in das Universitäts-Klinikum gebracht.

Der Zug stand bis gegen 19 Uhr auf Gleis 4. Der Bahnsteig war abgesperrt. Dort waren Männer in weißen Schutzanzügen zu sehen.

Ein Sprecher der Bundespolizei sagte auf Anfrage, dass mehrere Flüchtlinge vermutlich an Krätze erkrankt seien. Mitreisende Sanitäter hätten die Krankheit festgestellt und den Zug in Göttingen stoppen lassen.

Aktualisiert um 10.05 Uhr

Die Versorgung der Erkrankten sei aus Vorsichtsgründen zum Schutz der anderen Zugreisenden geschehen, wie das bei der Vermutung von ansteckenden Krankheiten üblich sei, sagte der Bundespolizei-Sprecher. Vor Ort waren die Göttinger Berufsfeuerwehr und Notärzte.

Der Verdacht auf Krätze bestand bei einer Frau mit zwei kleinen Kindern. Außer ihnen wurde ein Mann wegen Herzbeschwerden ins Klinikum gebracht. Der Zug mit den etwa 500 Flüchtlingen war auf dem Weg von Salzburg nach Uelzen, wie die Bundespolizei bestätigte. Die Weiterfahrt verzögerte sich auf deshalb, weil es einen Defekt an der Lok gegeben haben soll, wie es auf dem Bahnsteig hieß.

Hintergrund:

Die Krätze ist eine weitverbreitete parasitäre Hautkrankheit des Menschen. Sie wird durch die Krätzemilbe verursacht. Die Weibchen bohren sich in die Oberhaut und legen dort in den Kanälen Kotballen und ihre Eier ab. Die Absonderungen bringen Bläschen, Pusteln, Blasen, Quaddeln und Krusten, Kratzwunden und Furunkel hervor. Die Inkubationszeit beträgt etwa drei bis sechs Wochen.

Für mit Krätze befallene Patienten gilt in Deutschland nach dem Infektionsschutzgesetz bereits bei Verdacht ein Verbot des Aufenthalts und Arbeitens in Gemeinschaftseinrichtungen.

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