Gegen Fremdenfeindlichkeit

Flüchtlings-Fotos: Ausstellung begegnet Porträtierten auf Augenhöhe

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Menschen auf Augenhöhe fotografiert: Arasch Zandieh stellt seine Porträt-Fotos von Bewohnern des Flüchtlingswohnheims am Nonnenstieg zurzeit im Neuen Rathaus aus.

Göttingen. Außergewöhnliche Porträts sind noch bis 6. Oktober im Neuen Rathauses zu sehen: Arasch Zandieh hat Gesichter von Flüchtlingen fotografiert, die in Göttingen leben.

Die Ausstellung trägt den Titel: „Mein neues Zuhause.“ Es fällt schwer, an den großformatigen Schwarz-Weiß-Fotografien im Rathaus-Erdgeschoss vorbei zu gehen. Und es lohnt sich, stehen zu bleiben. Der Blick auf die Fotos wird zu einem intensiven Blick in die Augen.

Der Göttinger Arasch Zandieh hat die Menschen, Bewohner des IWF-Flüchtlingswohnheims, auf Augenhöhe fotografiert. „So entsteht gleich eine enge Beziehung.“ Eine Beziehung, die auch die Betrachter der Fotos aufbauen sollen – was auch gelingt, wenn man ein paar Minuten des Verharrens und Innehaltens, des offenen Blickes zulässt.

Leidensgeschichten und Glücksmomente

Der Fotograf hat ein großes Anliegen: Er möchte über seine Porträtbilder dem Betrachter die Menschen näherbringen. „Man soll die Geschichte der Geflüchteten kennenlernen.“ Das gelingt auf zwei Wegen: So spiegeln die Gesichter, die Augen, die Falten, die Blicke vieles wider: Leid, prägende Erlebnisse, Trauer – aber auch pure Lebensfreude und momentanes Glück, darüber, in einem geschützten Raum, in einem sicheren Land ohne Krieg und tägliche Todesangst leben und sich ernähren zu können.

Glücksmoment mit Kind: Die 21-jährige Rosa aus Eritrea und ihr Kind.

Das wiederum erzählen die kurzen Erläuterungen, die Aussagen der Porträtierten. Die meisten sprechen auch dem Glück der Sicherheit und der Dankbarkeit gegenüber den Deutschen, gegenüber Deutschland. Und darüber, dass sie dafür auch unbedingt etwas zurückgeben möchten.

Arasch Zandieh und seine Fotografien setzen so auch ein Zeichen gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. Letzteres ist dem Fotografen ein wichtiges Anliegen. Er möchte über seine Ausstellung „Mein neues Zuhause“ schlicht mehr Verständis für die Menschen wecken, die oft Schlimmstes erlebt haben.

Dankbarkeit gegenüber Deutschland

Unter dem Strich vermittelt er aber eine weitere wichtige Botschaft: Dass die Hilfe und Zuneigung, die man den Geflüchteten entgegenbringt, sich mittelfristig für die Gesellschaft in unserem Land lohnen wird. Denn dankbare Menschen sind für eine Gesellschaft ein hohes Gut und werden für sie eintreten.

• Die Ausstellung „Mein neues Zuhause“ des Fotografen Arasch Zandieh ist im Erdgeschosse des Neuen Rathauses bis Freitag, 6. Oktober, zu sehen

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