Flüchtlingsarbeit: Ein Filmprojekt für den Frieden

Erfolgreiche Aktion: Die jungen Flüchtlinge bei der Filmpremiere im Studio des Deutschen Theaters in Göttingen. Foto: Lawrenz

Göttingen. Kreativität verbindet: Diesen Eindruck hat die Premiere von „Connected“ im Studio des Deutschen Theaters hinterlassen.

In einer Woche haben zwölf unbegleitete junge Flüchtlingen aus Eritrea, Afghanistan, Syrien und dem Irak mit Produktionsteam einen Kurzfilm geschaffen und viel Applaus dafür geerntet.

Mit der Filmproduktionsfirma EneMeneMovie, der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen (JSN) und der Ländlichen Erwachsenenbildung (LEB) haben die Heranwachsenden zusammengearbeitet; derzeit leben sie in der ehemaligen Kurhessenkaserne in Hann. Münden. Bei den Dreharbeiten verständigten sie sich auf Deutsch, Englisch, ihren Muttersprachen oder mit Händen und Füßen.

Thema Freundschaft 

Entstanden ist ein Kurzfilm zum Thema Freundschaft. Die jungen Menschen schrieben das Drehbuch, spielten, übernahmen Regie, Kamera und Tonaufnahmen. In allen Produktionsarbeiten mischten sie mit. Stephanie Fischer und Bastian Brunke von der Produktionsfirma haben die Jugendlichen so viel wie möglich selber machen lassen. Auch aus Zeitgründen mussten die beiden die Postproduktion dann doch selbst übernehmen.

Die Arbeit an dem Film habe seine Erwartungen übertroffen, sagte einer der Laienspieler bei der Premiere. Er habe viel mehr gelernt, als er erwartet habe. Ein anderer lobte, dass sie als Akteure dort abgeholt wurden, wo sie - jeder individuell - gerade standen. Nicht nur den Film, sondern ein Mehr an Bildung erlebten die Akteure als Ergebnis der Arbeit. Wenn Menschen aus verschiedenen Ländern ohne gemeinsame Sprache ein Film gelänge, sei das vielleicht der Anfang dafür, „dass wir friedlich zusammenleben können“, fasste einer seine Vision in Worte.

Integration ist keine Einbahnstraße 

425 minderjährige Flüchtlinge stehen laut Jürgen Stierand, Geschäftsführer der Jugendhilfe Südniedersachsen (JSN), derzeit in der Obhut des Vereins. So sei es nicht das erste Mal, dass er ein Grußwort für ein Kunstprojekt mit den jungen Neuankömmlingen spreche. Er betonte: „Integration ist keine Einbahnstraße.“

Weitere Vorführungen

Der Kurzfilm „Connected“ ist im neuen Jahr an folgenden Terminen zu sehen: am 14. Januar um 19 Uhr in der Diva Lounge und am 27. Januar um 20 Uhr im Dots. Weitere Termine werden im Internet bekannt gegeben. Die LEB ist auch interessiert an zusätzlichen Vorführorten. (zul)

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