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Sanierung Ottfried-Müller-Haus: Güntzler (CDU) warnt vor Verlust der Fördermittel

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Von: Michael Caspar

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Das aktuell leerstehende Ottfried-Müller-Haus am Göttinger Wochenmarkt.
Seit fünfeinhalb Jahren liegt ein Fördermittelbescheid für die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses vor: Die Bauarbeiten haben aber noch immer nicht begonnen. © Michael Caspar

Verzögert die Stadt weiter die Sanierung des Otfried-Müller-Hauses, droht ihr der Verlust von drei Millionen Euro Fördermitteln.

Göttingen – Davor warnt der Göttinger Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler (CDU). „Wir haben sowieso schon Probleme, weil das Nutzungskonzept, das der Fördermittelzusage von November 2016 zugrunde liegt, nicht mehr passt“, betont Güntzler.

Dieses sah eine gemeinsame Nutzung des am Wochenmarkt gelegenen Baudenkmals durch das Junge Theater und das Kommunikations- und Aktionszentrum (KAZ) vor. Nach jüngsten Überlegungen der Verwaltung soll das KAZ jedoch künftig im Gebäude der ehemaligen Voigtschule an der Bürgerstraße 15 bleiben. Dorthin sind KAZ und JT 2019 – vorübergehend, wie es damals hieß – umgezogen.

Porträt Fritz Güntzler (CDU).
Bundestagsabgeordneter Fritz Güntzler (CDU). © Privat

An der Bürgerstraße soll das JT auch nach einer Rückkehr an den Wochenmarkt eine Probebühne behalten. Zudem sollen dort dauerhaft der Kostümfundus, die Schneiderei sowie Lagerflächen angesiedelt sein. Trotz dieser Änderung, so der Bundestagsabgeordnete, werde er sich weiter in Berlin dafür einsetzen, dass die Mittel aus dem Budget des Bundesbeauftragten für Kultur und Medien am Ende fließen.

Güntzler reagiert auf die jüngste Sitzung des städtischen Ausschusses für Bauen, Planung und Grundstücke. Dort war das Thema auf Bitten der Verwaltung wieder einmal von der Tagesordnung genommen worden.

Es seien noch Fragen mit dem Fördermittelgeber zu klären, erläuterte Baudezernentin Claudia Baumgartner auf Nachfrage von Ratsherr Dr. Francisco Welter-Schultes (Piraten). Edgar Schu (Linke) reagierte empört. Bereits 2017 habe der Rat den Grundsatzbeschluss gefasst, das Projekt anzugehen. Allen Beteiligten sei bewusst, dass es in dem Gebäude einen „Sanierungsstau von 30 Jahren“ gebe.

Sanierung Ottfried-Müller-Haus: Große Enttäuschen bei den JT-Verantwortlichen

Enttäuscht reagierte auch JT-Intendant Nico Dietrich, der zusammen mit Geschäftsführer Tobias Sosinka und der Fördervereinsvorsitzenden, Elke Bartussek, zur Sitzung erschienen war. Bei den 35 Mitarbeitenden des Theaters herrsche „Unverständnis über die zahllosen Ehrenrunden“ der Verwaltung, erklärte er gegenüber der HNA.

Sie würden über die Hintergründe der Verzögerungen nicht informiert. Baudezernentin Baumgarnter, die ihr Amt im März 2020 antrat, habe immerhin als erste die Planungen konkretisiert. Das Ensemble könne mit den von ihr bevorzugten Planungsvariante leben. Es sei allerdings abzusehen, dass die Stadt mit dem ursprünglich veranschlagten Budget von insgesamt sechs Millionen Euro nicht hinkommen werde.

Das Thema soll nun am Donnerstag, 24. März, um 16 Uhr während der nächsten Ausschusssitzung im Neuen Rathaus am Hiroshimaplatz behandelt werden. Dann will die Verwaltung auch Fragen von CDU und Grünen beantworten, versprach Baumgartner. (Michael Caspar)

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