Förderpreis vom Deutschen Theater Göttingen geht an Felicitas Madl und Moritz Schulze

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Siegerpose: Die Preisträger Felicitas Madl und Moritz Schulze mit Laudatorin Tina Fiebiger sowie Werner Tönsmann (links) vom Förderverein und Dr. Harald Noack (rechts).

Göttingen. Vergnüglich ging es zu, als der Förderverein des Deutschen Theaters in Göttingen den diesjährigen Nachwuchsförderpreis verlieh.

Im voll besetzten Keller des Theaters sang Katharina Uhland zunächst mit eindeutig zweideutigen Blicken „Teach Me Tiger“, begleitet von Michael Frei auf der Gitarre und Andreas Jeßing am Akkordeon.

Der stellvertretende Fördervereinsvorsitzende Werner Tönsmann nannte die Kriterien für die Preisvergabe: Höchstens vier Jahre im Beruf, erstes Engagement am Deutschen Theater, höchstens 35 Jahre alt und mindestens noch ein Jahr in Göttingen. Vier Schauspieler erfüllten die Kriterien, „alle preisverdächtig“, so Tönsmann.

Die Wahl fiel dennoch einstimmig auf Felicitas Madl und Moritz Schulze. Die Auszeichnung ist mit 2000 Euro dotiert - die sich die beiden Preisträger teilen. Aber dafür steuerfrei, wie der Vereinsvorsitzende Dr. Harald Noack lächelnd einwarf.

Geistreich und humorvoll war die Laudatio von Tina Fiebiger. Sie nahm bei ihrem Schnelldurchgang aller Rollen der Preisträger ihren Ausgangspunkt in einem Zitat aus Romeo und Julia zum Thema „Gebe-Lust“. Es ist Tradition, dass der Vorjahres-Preisträger eine Rede auf den oder die neuen hält. Bardo Böhlefeld erntete viel Beifall für seinen originellen Beitrag. Durchgehender Tenor bei Moritz Schulze war Neid, bei Felicitas Madl Bewunderung. Böhlefeld schloss, „ziemlich pathetisch, wie ich zugeben muss“, mit einem Plädoyer für das Theater als Bildungsinstitution. Natürlich dürfe und solle das Theater unterhalten, so Böhlefeld, aber auch ernste, zeitgemäße Themen und kontroverse Inszenierungen von Klassikern müssten Raum haben.

Der junge Schauspieler schlug einen regelmäßigen Stammtisch für Schauspieler und Zuschauer vor. „Dann können wir auch darlegen, was wir uns dabei gedacht haben.“ Zum Beispiel bei der bunten Hose von Romeo, die eine Dame Böhlefeld gegenüber kritisiert hatte. Das Stück hatte sie übrigens gar nicht gesehen.

Während Böhlefelds Ansprache zeichnete DT-Schauspieler und Maler Gerd Zinck zwei herrliche Karikaturen, die von den Preisträgern fast überwältigt entgegen genommen wurden.

Von Anne-Lise Eriksen

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