Lernen für das Leben danach

Förderschule und Restaurant La Romantica besiegeln Kooperation

Ziehen an einem Strang: Für bessere Inklusion von behinderten Schülern in die Gesellschaft sind die Schule am Tannenberg und ein Göttinger Restaurant eine Lernpartnerschaft eingegangen. Die Unterstützer des Projekts (von links nach rechts): Dr. Martin Rudolph, Siegfried Lieske, Sabine Lo-Becker als Bereichsleiterin der Diakonie Christopherus, Nina Zastrow, Roberto Ventimiglia, Nele Schmidt stellvertretend für die Schülerschaft, Fanny Bader und Andrea Hoffmann. Foto: Paul

Göttingen. Berufserfahrungen für ein Leben nach der Schulzeit sammeln. Das ist das Ziel der ersten südniedersächsischen Lernpartnerschaft, die am heutigen Dienstag in Göttingen geschlossen worden ist.

Im italienischen Restaurant La Romantica dürfen Schüler der Förderschule am Tannenberg fortan tatkräftig mithelfen.

„Die Tannenberg Schule bestellt sonst ihre Pizza im Restaurant La Romantica, jetzt dürfen unsere Schüler sogar dort backen“, eröffnete Schulleiterin Fanny Bader die Veranstaltung nach einem Liedbeitrag der Förderschüler. Und Schulsprecherin Nele Schmidt ergänzte: „Wir lernen Hauswirtschaft, wie wir uns außerhalb der Schule bewegen und was wir dort alles tun könnten. Beim Pizzabacken und Spaghetti-Kochen dürfen wir es endlich selbst ausprobieren.“ - „Ich bin schon richtig aufgeregt und freue mich auf die Arbeit mit den jungen Leuten“, erklärte Restaurantinhaber Roberto Ventimiglia. Bei ihm sollen die Förderschüler die Möglichkeit bekommen, „Vertrauen und Mut für ihre Zukunft“ zu fassen.

Breite Unterstützung

Unterstützt wird diese Kooperation auch von Siegfried Lieske als Dezernent für Jugend, Schule und Ordnung der Stadt Göttingen von der Industrie- und Handelskammer Hannover - vertreten durch Dr. Martin Rudolph - und von der Bildungsregion Göttingen. Deren Bildungsmanagerin Nina Zastrow führte zusammen mit Förderschüler Aaron durch das einstündige Programm rund um die Lernpartnerschaft.

Mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags durch alle Beteiligten wurde sie offiziell besiegelt. „Damit hinterher keiner sagen kann, es gibt keine Zusammenarbeit, gibt es zwei Infoschilder. Eins für eure Schule und eins für Herrn Ventimiglia “, erklärte Zastrow den Schülern. Im Rahmen der Lernpartnerschaft dürfen die Hauswirtschaftskurs-Teilnehmer im italienischen Spezialitätenrestaurant mitarbeiten. „Damit gewinnen die Schüler ein realistisches Bild der Arbeitswelt und der Übergang von der Schule in den Beruf wird ihnen hoffentlich erleichtert“, fasste Schulelternratsvorsitzende Andrea Hoffmann die Ziele der Lernpartnerschaft zusammen.

„Inklusion“ ist das Stichwort

Auch Rudolph als Geschäftsführer der IHK-Geschäftsstelle Göttingen setzt große Hoffnungen auf die Kooperation zwischen Schulen und Betrieben, gerade vor dem Hintergrund erfolgreicher Inklusion: „In einer inklusiven Gesellschaft ist jeder einzelne Mensch willkommen und alle Beteiligten profitieren davon.“

Durch die Zusammenarbeit von behinderten Schülern mit nicht behinderten Angestellten können Barrieren in den Köpfen abgebaut und für die Zukunft mehr Offenheit, Toleranz und insgesamt ein besseres Miteinander geschaffen werden. „Ich verspreche daher hoch und heilig, dass im nächsten Jahr bei der IHK eine Stelle speziell für mehr Inklusion geschaffen wird. Mit deren Hilfe werden hoffentlich noch mehr Betriebe Lernpartnerschaften wie diese eingehen.“

Von Jasmin Paul

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