Internationale Studie

Evolutions-Forscher analysieren 2000 Stabschrecken

Göttingen. Ist Evolution vorhersehbar und wiederholbar? Eine internationale Studie mit Beteiligung der Universität Göttingen kommt nun zu dem Ergebnis, dass dies zumindest eingeschränkt gelten könnte.

Die Göttinger Wissenschaftler untersuchten das Genom einer kalifornischen Stabschreckenart. Dabei stellten sie fest, dass sich Teile des Genoms im Laufe der Zeit der jeweiligen geografischen Umgebung und den Lebens- und Ernährungsbedingungen der Tiere anpassen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Science erschienen.

160 Tiere untersucht

Die erforschte Stabschrecke lebt auf zwei unterschiedlichen, nebeneinander vorkommenden Pflanzenarten, die ihr als Nahrungsgrundlage dienen. In der Studie untersuchten die Wissenschaftler zunächst die Genome von 160 Stabschrecken aus dem gesamten Verbreitungsgebiet beider Pflanzen. Dabei stießen sie auf Genomveränderungen, die eher auf die geografische Herkunft der Tiere zurückzuführen sind als auf die von ihnen bewohnte Pflanzenart.

Um die Hypothese zu testen, sammelten die Forscher rund 2000 Tiere in der Nähe von Los Angeles und setzten sie in einem anderen Gebiet aus. Nach einem Jahr analysierten sie etwa 400 der Tiere erneut. Deren Genomsequenzen wiesen trotz der relativ kurzen Zeit einige Veränderungen auf, die offenbar auf die bewohnte Pflanze zurückzuführen sind. Diese sind vermutlich für die Effektivität der Nahrungsaufnahme, Pigmentierung des Tieres und Morphologie der Kauwerkzeuge verantwortlich. (esp)

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