Forscher suchen Sojafutter-Alternative: Larven machen Schweine satt

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Insekten und Algen im Futtertrog: Göttinger Agrarwissenschaftler wollen in einer Online-Umfrage herausfinden, ob Landwirte es akzeptieren würden, wenn das Futter für ihre Schweine oder ihr Geflügel anstelle von Soja alternative Proteinquellen wie Algen oder Insekten enthält.

Göttingen. Welche Alternativen gibt es zum Soja im Futtertrog von Schweinen und Geflügel? Danach suchen Wissenschaftler der Uni Göttingen. Aber: Würden Landwirte für ihre Schweine alternative Proteinquellen wie Algen oder Insekten akzeptieren?

Und wie gehen Betriebe generell mit neuem Wissen, neuen Produkten oder Prozessen um? Deshalb befragen dieGöttinger Agrarwissenschaftler zurzeit Landwirte per Online-Fragebogen. Die Umfrage ist Teil eines dreijährigen Forschungsprojekts.

Futtermittel senken

„Der Einsatz dieser alternativen Eiweißlieferanten könnte dazu beitragen, die Futtermittelimporte aus Übersee in der Nutztierproduktion zu reduzieren“, erläutert Prof. Dr. Ludwig Theuvsen vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung, der das Forschungsprojekt leitet.

„Wenn sich eine Innovation durchsetzen soll, ist es enorm wichtig, dass sie von allen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette akzeptiert wird“, sagt Theresa von Bierbrauer, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin an dem Projekt arbeitet. „Deshalb beginnt unsere Befragung bei den Landwirten, die als Nutzer eine zentrale Rolle einnehmen.“

Im weiteren Verlauf der Erhebung wollen die Forscher Futtermittelhersteller, Unternehmen der Schlacht- und Verarbeitungsindustrie sowie den Lebensmitteleinzelhandel befragen. Neben der deutschen Wertschöpfungskette von Schwein und Geflügel soll auch die Situation in Frankreich und den Niederlanden betrachtet werden. Die ersten Ergebnisse erwarten die Forscher im Frühjahr 2017.

Proteinquelle gesucht: In der Schweinemast setzen Landwirte auf eiweißreiches Futter. Soja kommt oft aus Übersee.

Alternative Quellen

Die Befragung ist Teil des interdisziplinären Forschungsprojekts „Sustainability Transitions in der Lebensmittelproduktion: Alternative Proteinquellen in soziotechnischer Perspektive“, das vom niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert wird.

Fleischlose Ernährung

Dabei geht es nicht nur um die Tierfutter, sondern auch um Lebensmittel für Menschen. Die Forscher untersuchen beispielsweise, wie Proteinquellen auf Algenbasis zur fleischlosen Ernährung eingesetzt werden können.

Im Bereich der Tierernährung stehen neben den Algen auch Insektenlarven als alternative Eiweißquelle im Fokus. Neben Untersuchungen zur Akzeptanz laufen in diesem Zusammenhang auch Fütterungsversuche. Langfristiges Ziel der Göttinger Forscher ist ein Abschätzen des Potenzials von Algen und Insekten sowohl in der menschlichen Ernährung als auch in der Tierfütterung.  (zsh/nh/tko)

Eine Teilnahme an der aktuellen Online-Umfrage unter Landwirten ist noch bis zum 15. Januar 2017 möglich.

Mehr dazu unter: http://ww3.unipark.de/uc/sustrans.

Mehr zum Projekt der Agrarwissenschaftler: www.uni-goettingen.de/sustrans

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