Universitätsmedizin Göttingen koordiniert Netzwerk

Forschernetzwerk „Cofoni“ macht Tempo bei Covid-19: Wenn Forschung schnell geht

Porträt Prof. Jürgen Wienands.
+
Koordiniert das Netzwerk: Prof. Jürgen Wienands.

In Niedersachsen wirkt sich die Unterstützung des Wissenschaftsministerium für das Covid-19-Forschungsnetzwerk (Cofoni) direkt aus.

Göttingen – Für elf Projekte, die an Impfstoffen und Medikamenten arbeiten sowie die Langzeitfolgen der Covid-19-Erkrankung erforschen, haben so bereits 500.000 Euro als schnelle Finanzhilfe für ihre Arbeit bekommen. Insgesamt gibt das Ministerium 8,4 Millionen Euro.

Koordiniert wird das Netzwerk von Einrichtungen und Forschungsgruppen aus verschiedenen Bereichen in Göttingen an der Universitätsmedizin. Verantwortlich dort ist Prof. Dr. Jürgen Wienands. Er betont, dass es besonders wichtig ist, „Forscher in Niedersachsen möglichst schnell finanziell zu unterstützen“.

Dabei helfen beschleunigte Ausschreibungsverfahren, „Fast Tracks“ genannt. Geforscht wird auf verschiedenen Ebenen: im Labor im Reagenzglas, per Computer, im Tiermodell und am Menschen. Die bereits elf unterstützen Projekte zeichnen sich laut Wienands durch „wissenschaftliche Qualität, standortübergreifende Vernetzung sowie vielversprechende und weit vorangeschrittene Vorarbeiten“ aus.

Prof. Marken Köckritz-Blickwede von Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover freut sich, dass der Impffortschritt vorangeschritten ist. Sie sagt aber auch, dass es noch viele Aspekte der Pandemie gibt, „für die dringendeine bessere Orientierung benötigt wird“, die die Netzwerk-Co-Koordinatorin.

So setzten die elf Cofoni-Fast-Track-Projekte eben dort an. Sie untersuchen vor allem die Wirksamkeit möglicher Medikament zur Behandlung von Covid-19 sowie die Immun-Antwort bei Long-Covid-Erkrankten, den Krankheitsverlauf und die Schutzwirkung von Impfungen in Risikogruppen.

Eines der Projekte sucht Antworten auf die Frage, wie der Schutz vor künftigen Virusvarianten verbessert werden kann. Die Entwicklung der Varianten sei besorgniserregend. Sie wirken sich auch auf künftige Impfstrategien gegen Covid-19 aus.

Deshalb erstellen Forscher um den Virologen Prof. Dr. Ab Osterhaus in einem Kombi-Projekt der Tierärztlichen Hochschule Hannover und des Deutschen Primatenzentrum in Göttingen eine antigene Kartographie für die Entwicklung von SARS-CoV-2. „Basierend auf Blutproben von verschiedenen Kontinenten erstellen wir eine weltweite geographische Kartierung des Virus.“ Sie soll Anhaltspunkte für die Entwicklung künftiger Impfstoffe liefern, so Osterhaus.

Ergebnisse aus den „Fast-Track“-Projekten werden noch 2021 erwartet. Und: Weitere Förderungen über 3,5 Millionen Euro an Forscher, die sich bewerben konnten, wollen ebenfalls noch in diesem Jahr gezahlt werden. Das Wort „Fast“ (schnell) soll also weiter mehr als nur ein Wort sein, sondern für die Handlungsschnelligkeit im seit 2020 bestehenden Netzwerk Cofoni stehen.

Beteiligt sind: Uni und Universitätsmedizin Göttingen, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Tierärztliche Hochschule Hannover, Deutschen Primatenzentrum Göttingen um die Gruppe von Prof. Dr. Stefan Pöhlmann. (Thomas Kopietz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.