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Forschungsprojekt der UMG: Schwere Nierenentzündungen bekämpfen

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Von: Thomas Kopietz

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Ein Projekt von Universitätsmedizin Göttingen und zwei Biotechnologieunternehmen erforscht Nierenentzündungen. Zukünftig werden neue Therapieansätze entwickelt.

Göttingen – Mehr als 100.000 Menschen mit Nierenerkrankungen werden zurzeit in Deutschland mittels Dialyseverfahren behandelt, Tendenz steigend. Zwei Wissenschaftler an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) arbeiten daran, dass mittelfristig nicht viele Menschen, die an einer Gefäßentzündung (Vaskulitis) leiden, ebenfalls an die Dialyse müssen, oder gar ohne diese Therapie sterben müssten.

Ihre Forschungsarbeit wird nun für fünf Jahre mit 600.000 Euro gefördert. Finanzielle Unterstützer und Beteiligte für zwei Studien sind die beiden Pharma- und Biotechnologieunternehmen Evotec SE, das auch einen Standort in Göttingen hat, und Vifor Pharma (München).

Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Göttingen gegen schwere Nierenentzündungen

Eine Gefäßentzündung (Vaskulitis) ist eine schwerwiegende Autoimmunerkrankung der Nieren. Bleibt diese unbehandelt, führt sie zur Dialysepflicht. Die Unterdrückung des Immunsystems ist aktuell der einzige Therapieansatz, um einen Nierenschaden zu verhindern.

An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) werden in der Abteilung für Dialyse und Apherese ambulante Dialyse-Patienten behandelt, wie hier von Krankenpflegerin Bahar Senbayrak der Göttinger Karl-Heinz Görsmann.
Lebenswichtige Arbeit und Maschinen: An der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) werden in der Abteilung für Dialyse und Apherese ambulante Dialyse-Patienten behandelt, wie hier von Krankenpflegerin Bahar Senbayrak der Göttinger Karl-Heinz Görsmann. (Archivfoto) © Thomas Kopietz

Allerdings sind bisherige Methoden mit vielen Nebenwirkungen verbunden, da das Immunsystem ungerichtet – also in seiner Gesamtheit – unterdrückt wird. Dies erschwert den Einsatz bei manchen Patienten. Deshalb sind das Erkennen und Entwickeln weiterer Therapien von großer Bedeutung.

Dr. Björn Tampe.
Dr. Björn Tampe, Projektleiter an der UMG. © UMG

Dr. Björn Tampe und Dr. Samy Hakroush, zwei Wissenschaftler der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie sowie dem Institut für Pathologie der (UMG), wollen mit nicht-invasiven Methoden, bei denen kein Gewebe zerstört und Instrument in den Körper eingebracht werden, Gefäßentzündungen der Nieren besser verstehen und neue Therapieansätze entdecken.

Forschungsprojekt: Nierenentzündungen besser verstehen und nicht-invasive Therapieansätze

In den geplanten Studien nutzen die Forscher sowohl Nierengewebe wie auch das Blut und den Urin von Patienten. „Eine Vaskulitis ist eine Autoimmunerkrankung des gesamten Körpers, die unbehandelt zum Tod führt“, sagt Dr. Björn Tampe, Projektleiter der Studien und Oberarzt in der UMG-Klinik für Nephrologie und Rheumatologie. „Auch ein Befall der Nieren ist sehr häufig und ist mit schwerwiegenden Komplikationen bis hin zur Dialysepflicht verbunden.“

Dr. Samy Hakroush
Dr. Samy Hakroush, beteiligter Oberarzt. © UMG

Tampes ebenfalls an den Studien beteiligter Kollege Dr. Samy Hakroush schildert den Forschungsansatz: ,„Wir wollen mit neuen und innovativen Methoden untersuchen, ob Schlüsselproteine bei der Krankheitsentstehung im Blut oder Urin eine Früherkennung für den Verlauf und das Therapieansprechen zulassen“, sagt der Oberarzt im Institut für Pathologie der UMG. (tko)

An der UMG ist es Göttinger Forschern nun gelungen, das Gehör von Hörgeschädigten durch Licht zu stimulieren. Beim Zukunftstag konnten Mädchen und Jungen hinter die Kulissen der Arbeitswelt blicken – auch bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

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