Forschung um verlorene Kulturobjekte

Die Uni Göttingen bekommt Geld für Stadt- und Tiermuseum Alfeld

Ethnologische Sammlung: Die Universität Göttingen bekommt Geld für die Klärung der Provenienz von Objekten aus der Kolonialzeit.
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Ethnologische Sammlung: Universität Göttingen bekommt Geld für die Klärung der Provenienz von Objekten aus der Kolonialzeit.

Zur Klärung der Provenienz von Objekten aus der Kolonialzeit in deutschen Museen und Universitäten stellt das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste 653 200 Euro zur Verfügung.

Georg-August-Universität Göttingen und das Stadt- und Tiermuseum werden unterstützt

Magdeburg/Göttingen – Das Fördergeld der ersten Antragsrunde in diesem Jahr ist für fünf Forschungsprojekte vorgesehen, wie die Stiftung am Mittwoch in Magdeburg mitteilte. Dabei geht es um Objekte aus ethnologischen Museen sowie aus archäologischen und naturkundlichen Sammlungen. So werden die Georg-August-Universität Göttingen und das Stadt- und Tiermuseum Alfeld mit ihrem Projekt „Die globalen Handelsnetzwerke der Alfelder Tierhandelsunternehmen Reiche und Ruhe“ unterstützt.

Göttingen: Die weltweite Verflechtung zweier Unternehmen soll untersucht werden

Dabei soll den Angaben zufolge ausgehend von einem Bestand von 100 ethnographischen und 150 zoologischen Objekten die weltweite Verflechtung zweier Unternehmen untersucht werden, die zu den wichtigsten Akteuren des internationalen Tierhandels zählten.

Im Berliner Museum für Naturkunde sollen die kolonial geprägten Strukturen bei der Beschaffung von Objekten für die Säugetiersammlung um 1900 erforscht werden.

In der Universität Rostock soll eine Sammlung menschlicher Überreste untersucht werden

In der Sammlung der Universitätsmedizin Rostock soll eine Sammlung menschlicher Überreste untersucht werden, die zum Teil aus ehemaligen Kolonien stammen. Es geht um eine vor 100 Jahren angelegte „Rassenschädelsammlung“ mit insgesamt 40 menschlichen Schädeln, 14 Gipsabgüssen, einer Hockmumie und einem Keramikschädel. Dabei geht es auch um mögliche Rückgaben der Objekte.

Fördermittel erhalten zudem Römisch-Germanische Zentralmuseum in Mainz, das Oberhessische Museum Gießen und die Ethnographische Sammlung der Philipps-Uni-Marburg. epd

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