Projekt der Uni: Unternehmen und die Armut in Entwicklunsländern

Armutsforscher: Prof. Dr. Stephan Klasen Foto: nh

Göttingen. Wirtschaftswissenschaftler der Universität Göttingen können ihr Projekt zur Armutsforschung vorantreiben.

Das Team um Prof. Dr. Stephan Klasen hat dafür 1,5 Millionen Euro aus dem Topf „Niedersächsischen Vorab“ der VolkswagenStiftung auf Vorschlag des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur für drei Jahre erhalten.

Das Forschungsprogramm heißt „Reduktion des Armutsrisikos in Entwicklungsländern“ und beschäftig sich auch mit folgenden grundlegenden Frage: Warum ist die Bevölkerung in Entwicklungsländern noch stark von Armut bedroht und wie kann die Politik gegensteuern, um Armutsrisiken zu verkleinern?

In dem Forschungsverbund untersuchen Entwicklungs- und Gesundheitsökonomen, experimentelle Wirtschaftsforscher und Statistiker in fünf Teilprojekten, wie etwa Gesundheits- oder Marktrisiken Haushalte und Unternehmen in Entwicklungsländern beeinflussen, und wie eine lenkende Politik diese Risiken verringern kann.

Aus dem Nichts kommt die Arbeit nicht: Das Projekt baut auf bestehenden Kooperationen der beteiligten Wissenschaftler auf. „Sie ergänzt und verstärkt die bisherige Forschung auf diesem Gebiet am Standort Göttingen“, sagt der Göttinger Entwicklungsökonom Prof. Stephan Klasen, , von der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, der den Verbund koordiniert.

Trotz erheblicher Fortschritte bei der Armutsreduktion in Entwicklungsländern bliebe das Armutsrisiko für weite Teile der Bevölkerung sehr hoch. Das hänge damit zusammen, dass das Einkommen vieler Haushalte knapp über der Armutsgrenze liegt.

Grundsätzlich seien Menschen in Entwicklungsländern aber grundsätzlich gefährdet zu verarmen. Die Gefahr zu erkranken sei hoch, auch seien Märkte nicht so stabil, das Risiko für Unternehmer wie Arbeitnehmer zu scheitern sei größer als in Industrieländern, wie Klasen sagt.

„Selbst wenn sich die Durchschnittseinkünfte verbessert haben, kann ein Schock wie zum Beispiel Krankheit oder Produktionsausfall Erfolge schnell wieder zunichtemachen und zu Armut führen.“ Deshalb sei es von zentraler Bedeutung, diese Risiken und die Auswirkungen auf Armut zu analysieren sowie geeignete Politikmaßnahmen zu entwickeln und empirisch zu testen“, wie Klasen betont. (pug)

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