Forst-Fakultät hat Vergangenheit im Dritten Reich aufgearbeitet

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Zeugnis der Vergangenheit: Die Fakultät hat ihre Nazi-Vergangenheit in einem Buch zusammengetragen.

Göttingen. Mit einer öffentlichen Gedenkveranstaltung am Dienstag, 2. Juni, erinnert die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen an ihre im Nationalsozialismus verfolgten Mitglieder.

Auf Anregung von Beschäftigten hatte die Fakultät ihre Rolle vor und während des Nationalsozialismus aufarbeiten lassen. Die Arbeiten sind inzwischen abgeschlossen und die Ergebnisse werden in einem Buch erscheinen, das während der Veranstaltung vorgestellt wird. Die Gedenkstunde mit dem Titel „Die Rolle der Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie in der Zeit des Nationalsozialismus“ beginnt um 10.15 Uhr im Hörsaal F03 des Gebäudes am Büsgenweg 3.

Grußworte sprechen der Dekan der Fakultät, Prof. Dr. Christian Ammer, und Universitätspräsidentin Prof. Dr. Ulrike Beisiegel. Dr. Kerstin Thieler vom Seminar für Mittlere und Neuere Geschichte spricht außerdem zu Beginn über „Akademiker unter Verdacht – die Einflussnahme der NSDAP und des NSD-Dozentenbundes auf die Universität Göttingen“. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht der Vortrag des Forsthistorikers Dr. Peter-Michael Steinsiek mit dem Titel „Ereignis und Erinnerung – die Forstliche Fakultät der Universität Göttingen in Hann. Münden 1920 bis 1945“. Anschließend verliest Prof. Ammer eine Erklärung, in der sich die Fakultät zu ihrer Rolle im Nationalsozialismus bekennt und ihre durch Unrecht belastete Geschichte als Verpflichtung annimmt.

Die Mitglieder des Fakultätsrats haben die Erklärung im April dieses Jahres verabschiedet. Sie lautet: „Die Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie der Universität Göttingen ist sich schmerzhaft bewusst, dass in der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch in den Jahren davor und danach, in ihrem Namen, auf ihre Veranlassung oder mit ihrer Duldung vielfältiges Unrecht geschehen ist. Die Fakultät bekennt sich zu ihrer Schuld und gedenkt der Opfer von Hetze, Willkür und Vergessen. Die Fakultät nimmt ihre Geschichte zum Anlass, darauf hinzuwirken, dass sich Vergleichbares nicht wiederholt und sich ihre Mitglieder und Angehörigen für Toleranz, Weltoffenheit und Mitmenschlichkeit einsetzen.“ (bdi)

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