Tour über die deutsche Route 66

Fotograf schwärmt von Bundesstraße: Liebeserklärung an die B3 

Tour über die deutsche Route 66: Wolfgang Groeger-Meier und sein BMW 2002 an der B 3 nahe Dransfeld. Foto: Herwig

Göttingen. Viele fahren tagtäglich auf der Bundesstraße 3 – aber kaum einer kennt sie richtig. So sieht es Wolfgang Groeger-Meier. Für den Fotografen ist die B3 die Route 66 Deutschlands.

Im Internet erzählt der gebürtige Franzose Geschichten, die er auf seinen Fahrten erlebt. In sechs Etappen will er die B3 abfahren, von Buxtehude im Norden bis an die Schweizer Grenze bei Basel. Er ist auf der Suche nach diesem gewissen Freiheitsgefühl, nach einer schönen Landschaft – und interessanten Gesprächen.

Der 53-Jährige hat einige Vergleichsgrößen: Er fotografierte schon Menschen und Autos auf der Route Nationale 7 in Frankreich und der Mille Miglia in Italien. „Alle denken immer, Deutschland ist spießig“, sagt er. „Das kann, das muss aber nicht so sein.“ Auf seinen dreitägigen Fahrten auf der B3 lernt er jede Menge spannende und vor allem nette Menschen kennen:  "Die Nordhessen und Südniedersachsen können so offen sein wie die Franzosen."

Natürlich kommt man schnell ins Gespräch, wenn das eigene Auto ein auffälliger, knallgrüner BMW-Oldtimer ist. Der „2002“ ist Baujahr 1975, hat 100 PS und fährt ohne Probleme 160 Stundenkilometer. Die offizielle Bezeichnung für die Farbe ist übrigens „mintgrün“. Ohne ihn hätte Groeger-Meier deutlich weniger Spaß. „In einem Oldtimer fährt man bewusster“, sagt der Fotograf. Aber: „Auch mit einem modernen Auto kann die B3 Spaß machen.“

Die Zeit während der Fahrt vertreibt sich der 53-Jährige mit Musik. Die kommt entweder aus dem 70er-Jahre-Radio, wenn die Stimmung grad nostalgisch ist. Oder, ganz modern, per Musik-Stream über das Smartphone. Außerdem quatscht der Wahl-Münchner mit seinen Beifahrern. Denn Groeger-Meier ist in der Regel nicht allein unterwegs. Begleitet wird er von Journalisten, die unterwegs Geschichten sammeln und auf seinem Blog im Internet veröffentlichen.

Welche Abschnitte der B3 haben ihn begeistert? „Die Bergstrecke zwischen Alfeld und Northeim ist wirklich schön“, sagt der Fotograf. „Die könnte genauso gut in Südfrankreich liegen.“ Besonders angetan hat es ihm auch der PS-Speicher in Einbeck. „Wahnsinnig spannend“, lautet das Urteil. Und die Strecke an der Fulda zwischen Hann. Münden und Kassel. Auch wenn er dort etwas Wegzoll lassen musste (der Blitzer bei Wahnhausen).

Tank und Tempo

Wolfgang Groeger-Meier hat für seine Touren keine besondere Tankstrategie. „Hauptsache früh genug“, scherzt er. Getankt wird Super Plus, mit Bleizusatz. Neun bis zehn Liter verbraucht der mintgrüne Oldtimer auf 100 Kilometern bei Tempo 80. Das ist die „ideale Geschwindigkeit“, wie es der Fotograf nennt. www.bundesstrasse3.de

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