Fragen und Antworten: Strom teurer - günstigerer Gas-Tarif bei Stadtwerken

Göttingen. Bald flattern die Nebenkosten-Rechnungen auf den Tisch. Wir haben bei den Stadtwerken nachgefragt - auch bezüglich neuer Tarife und Preissenkungen. Unsere Fragen haben Geschäftsführer Frank Wiegelmann und Vertriebschef Matthias Limberg beantwortet.

Können die Verbraucher 2016 mit günstigeren Preisen bei Gas, Strom und Wasser rechnen?

Matthias Limberg, Leiter Vertrieb Stadtwerke Göttingen

Für die Wasserkunden der Stadtwerke ändert sich in 2016 preislich nichts. Die Wasserpreise sind seit 2005 stabil. Zum 1. Januar 2015 hatten die Stadtwerke den Strompreis für ihre Kunden gesenkt, gaben den Einkaufsvorteil am Strommarkt weiter. Auch für 2016 haben die Stadtwerke wieder Einsparungen beim Einkauf realisiert, das ist Voraussetzung für eine erneute Preissenkung. Aber: Die steigenden Netznutzungsentgelte und die staatlichen Abgaben treiben den Grund- und Arbeitspreis in die Höhe. Gegenüber 2015 steigen 2016 die staatlichen und regulatorischen Preisbestandteile um 1,07 Cent netto je Kilowattstunde. Durch den genannte Einkaufsvorteil werden die Mehrkosten teilweise aufgefangen. Die Kunden der Stadtwerke zahlen für jede verbrauchte Kilowattstunde 0,81 Cent netto mehr. Aber: Dazu kommt die Erhöhung des Grundpreises durch den Netzbetreiber von netto 10,20 Euro/Jahr.

Wie wirkt sich das für einen Vier-Personen-Haushalt aus?

Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3.500 kWh sind das jährliche Mehrkosten von etwa 45 Euro.

Und wie stehe es um den Gaspreis der Stadtwerke?

Die Stadtwerke haben zum 1. Januar das neue Festpreisprodukt „GöGas Fixum“ mit einer Preisgarantie bis zum 31. Dezember 2017 eingeführt. Bei einem Jahresverbrauch von 25.000 kWh sparen Kunden gegenüber dem Grundversorgungstarif 10,5 Prozent. Gegenüber dem GöGas sparen die Stadtwerke-Kunden fast 7 Prozent. Gewechselt werden kann sofort. Ende Januar, mit dem Versand der Jahresverbrauchsabrechnung, wird über „GöGas Fixum“ informiert.

Wie reagieren die Stadtwerke auf den weiter sinkenden Ölpreis, mit dem auch der Gaspreis zusammenhängt?

Durch das genannte Festpreisprodukt „GöGas Fixum“. Aber: Die Stadtwerke beschaffen ihr Gas generell langfristig und ohne Risiko, um so einen möglichst günstigen Durchschnittwerte zu realisieren und nicht von Schwankungen, auch nach oben im Preis abhängig zu sein. Das Gas wird also nicht heute für morgen eingekauft, sondern einige Jahre im Voraus.

Die Bundestagsabgeordnete Verlinden forderte, dass die Stromversorger den Ökostrom zum Standard machen sollen. Wie stehen die Stadtwerke Göttingen dazu?

„Unser GöStrom ist zu 100% Ökostrom aus Wasserkraft und damit CO2-frei. Somit ist für uns Ökostrom längst zum Standardprodukt geworden“, sagen die Verantwortlichen. In Zukunft sollen die CO2-Emissionen, die das Unternehmen verursacht gesenkt werden. Die verbleibenden Emissionen sollen über Klimazertifikate neutralisiert werden.

Schadet der niedrige Ölpreis - Ölheizen ist billiger als Gasheizen - den Energieversorgern wir den Stadtwerken?

„Den Einfluss des niedrigen Ölpreises schätzen wir, wenn überhaupt, nur für die Neukundenakquise als problematisch ein, nicht jedoch hinsichtlich unserer Bestandskunden“, sagt Vertriebschef Matthias Limberg. Erdgas habe Vorteile: Die Beschaffung von Heizöl muss vorfinanziert werden, bei Erdgas wird ein monatlich gleichbleibender Abschlag bezahlt. Auch wird mehr Fläche für die Tanks benötigt. Verglichen mit Öl stößt Erdgas zudem weniger CO2 pro Kilowattstunde produzierter Wärmeenergie aus. „Verglichen mit einer Ölheizung ist die Gasheizung nach wie vor günstiger“, sagt Limberg.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.