Fragen und Antworten: Unterwegs auf der Göttinger Rad-Autobahn

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Beachtlich: Den E-Radschnellweg – hier die Zählstelle Robert-Koch-Straße – haben 2015 schon mehr als 805 000 Radfahrer passiert. Die Radler-Autobahn ist mit mit blauen Piktogrammen, blauen Linien und flachen weißen Randsteinen gekennzeichnet.

Göttingen. In der Universitätsstadt Göttingen gibt es mit dem E-Radschnellweg ein bundesweites Pilotprojekt zur Förderung des Rad- und E-Bike-Verkehrs. Es liegen erste Zahlen zur Nutzung vor. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum E-Radschnellweg.

Warum gibt es die Autobahn für E-Biker und Radfahrer in Göttingen? 

Bundesregierung und Land Niedersachsen wollen mit dem E-Radschnellweg die innerstädtische Zweirad-Elektromobilität über eine bessere Infrastruktur fördern und haben den Bau maßgeblich gefördert. Deshalb ist das Projekt für die Stadt Göttingen attraktiv. Auch, weil es in das Klimaschutzprogramm der Stadt passt.

Wie lang ist die ausgebaute Route? 

Bis jetzt gut vier Kilometer vom Uni-Nordcampus zum Bahnhof. Ein Weiterbau ist vorgesehen – voraussichtlich zunächst in Richtung Rosdorf.

Was hat der E-Radschnellweg gekostet?

Rund 1,65 Millionen Euro, davon kamen vom Bundesministerium für Verkehr eine knappe Million Euro. Etwa 600 000 Euro hat die Stadt Göttingen bezahlt.

Wie ist die Radler-Autobahn beschaffen? 

Auf 2,6 Kilometern verläuft die Fahrradstraße auf vorhandenen modernisierten, erweiterten, vor allem verbreiterten und mit blauen Farbstreifen sowie flachen weißen Randsteinen versehenen Radwegen. Auf 1,4 Kilometern verläuft der Schnellweg auf normalen Tempo-30-Straßen, beziehungsweise 500 Metern auf einer Busspur – ebenfalls klar durch Piktogramme gekennzeichnet. Die Streckenabschnitte auf Extra-Radwegen sind zwischen drei und vier Meter breit, haben einen Spezialbelag, der einen geringen Rollwiderstand aufweist.

Haben die Radfahrer Vorrang? 

Ja. Autos, Lastwagen, Busse und Fußgänger sollen sich defensiv verhalten. Das funktioniert aber nur bedingt. Vorrang haben Radfahrer auch an Ampelkreuzungen. Dort gibt es kleinere Extra-Lichtzeichenanlagen. Die schalten eher um, so dass die Radler früher in die Kreuzungen einfahren können. Autofahrer können diese Radler-Ampeln nicht sehen, sie sehen nur die Fußgängerampeln und die schalten später um.

Wie stark wird die Radler-Autobahn genutzt? 

Generell: Hervorragend. Allerdings unterschiedlich nach Abschnitten. Meistbefahren ist der Bereich Zentralcampus-Uni-Klinikum-Uni-Nordcampus. Die Zählstelle an der Robert-Koch-Straße hat einen Spitzentageswert von fast 8000 Radfahrern registriert. 2014 wurden insgesamt 1.212.711 Radler gezählt, das sind im Tagesdurchschnitt 3323.

Sind E-Bikes auf dem E-Radschnellweg unterwegs? 

Nur wenige. Die meisten Nutzer fahren mit herkömmlichen Fahrrädern. Die Verfügbarkeit von Leih-E-Bikes könnte noch verbessert werden. Ein Testprogramm der Uni Göttingen mit Leihpedelecs läuft. Dabei soll die Akzeptanz und Nutzung von E-Bikes in Betrieben, Uni, Einrichtungen und Behörden untersucht werden. Und: Inwieweit eine bessere Infrastruktur wie der E-Radschnellweg einen Effekt auf das Nutzungsverhalten und die Verkehrsmittel-Wahl haben.

www.eradschnellweg.de

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