Literarisches Zentrum: Männer dominieren das Programm

Gute Laune im Literarischen Zentrum Göttingen bei der Programmvorstellung 2014/15: von links stehend Annalena Hennings, Birte Müchler, Nikola Müller und Annie Rutherford; davor: die Geschäftsführerinnen Anja Johannsen und Gesa Husemann. Foto: Kopietz

Göttingen. Literatur ist nicht nur etwas für Göttinger. Bei den Veranstaltungen des Literarischen Zentrums tummeln sich stets auch Besucher aus dem Umland. Das neue Halbjahresprogramm bietet herausragende Literatur-Erlebnisse mit außergewöhnlichen Autoren.

Das Frauen-Team im Literarischen Zentrum hat nämlich eine Übermacht männlicher Schreiber nach Göttingen eingeladen. Und auf Seite eins des Flyers finden sich ausschließlich schreibende Männer: „Das hat aber keinen speziellen Hintergrund“, schmunzelt Anja Johannsen, die sich mit Gesa Husemann die Geschäftsführung des „LitZ“ teilt und zurzeit auf die Mithilfe von vier Volontärinnen zählen kann.

So waren auch Annalena Hennings, Birte Müchler, Nikola Müller und Annie Rutherford bei der Präsentation des Programms von September 2014 bis Januar 2015 dabei.

Und die Bücher die sie zur Illustration vor sich aufgebaut hatten, können sich lesen lassen. Schon der Auftakt ist Spannend. Am Donnerstag, 4. September, wird Alain Mabanckou aus seinem Buch „Eins, zwei, viele: African Modernities“ lesen, einer erfrischend politisch unkorrekten Milieustudie.

Schon am Dienstag, 9. September, kommen der amerikanische Tragödiendichter David Vann und Alexander Starre ins Literarische Zentrum. Den deutschen Text wird eine ganz bekannte Stimme lesen: Schauspieler Christian Brückner, bekannt auch als Synchronsprecher von Robert de Niro.

In die große Paulinerkirche geht es dann am Mittwoch, 24. September, wenn in Göttingen der Deutsche Historikertag über die Bühne geht. Der Historiker Dan Diner wird über die jüdische Geschichte in der Moderne berichten.

Ein großer der Krimi-Szene, nämlich Arne Dahl aus Stockholm – laut LitZ-Frauen der „bestaussehendste Mann im Programm“ – wird ebenfalls am Mittwoch, 24. September, ebenfalls in großer Halle, der Uni-Aula am Wilhelmsplatz, über seinen Schwedenkrimi „Der elfte Gast“ mit Karin Hoff sprechen.

Ebenfalls ein Großer, aber „nur“ der Journaille, ist am Donnerstag, 23. Oktober, im Alten Rathaus zu Gast: Fritz J. Raddatz. Er wird sich mit dem Journalisten Stephan Lohr unterhalten.

Politisch brandaktuell ist das Werk von Andrej Kurkow aus Kiew. Er präsentiert am Donnerstag, 30. Oktober, das „Majdan Tagebuch“.

Hochgradig kriminell wird es am Sonntag, 9. November, wenn Don Winslow aus Kalifornien ins Alte Rathaus kommt.

Im Programm werden auch sein: der Slammer Sebastian 23, der Konzert-Veranstalter-Guru Karsten Jahnke, Jochen Schmidt und David Wagner, die ein Buch zum Wende-Jubiläum geschrieben haben, und Pop-Musik-Theoretiker Diedrich Diedrichsen.

Ach, ja: Frauen sind – zum Glück! – auch dabei: Anne von Canal, Rahel Jaeggi und die hoch gelobte Elisabeth Edl.

Von Thomas Kopietz

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