Frauen trügen Hauptlast in Corona-Krise

Landtagspräsidentin spricht sich für bundesweiten Feiertag am Weltfrauentag aus

Foto einer Dame mittleren Alters mit langen Haaren und dunklem Anzug.
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Gabriele Andretta, Landtagspräsidentin.

Landtagspräsidentin Gabriele Andretta (SPD) spricht sich für einen gesetzlichen Feiertag am Weltfrauentag aus. Er könnte eine Ermutigung im Kampf um Gleichberechtigung sein.

Göttingen – In der Corona-Pandemie übernähmen vor allem Frauen die Kinderbetreuung und steckten im Job zurück. Damit drohe, dass traditionelle Rollenbilder zurückkehren.

Mit einem Feiertag am 8. März bundesweit würde nicht nur die Leistung und das gesellschaftliche Engagement von Frauen gewürdigt, sondern auch „daran erinnert werden, dass Fortschritte in der Gleichstellung nicht vom Himmel fallen, sondern gemeinsam erkämpft werden müssen“, sagt Andretta.

Für sie kann auch heute von einer echten Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern noch nicht die Rede sein: „Immer noch verdienen Frauen in Deutschland weniger als Männer – im Schnitt 20 Prozent. Trotz guter Qualifikation sind zu wenig Frauen in Führungspositionen vertreten. In einigen Bereichen erleben wir sogar Rückschritte.“

Frauen tragen in Corona-Krise die Hauptlast

Die Politikerin Andretta sagt auch: „Der Anteil von Frauen in unseren Parlamenten ist wieder zurückgegangen.“ Gabriele Andretta verweist zudem darauf, dass laut Umfragen die Frauen die Hauptlast in der Corona-Krise tragen.

„Es sind vor allem die erwerbstätigen Frauen mit kleinen Kindern, die doppelt und dreifach belastet sind. Sie arbeiten im Homeoffice, betreuen zu Hause die Kinder, sind im Homeschooling gefordert.“

Alleinerziehende seien häufig am Ende ihrer Kräfte, die ihnen dann fehlen, um auf ihre Probleme aufmerksam zu machen. Grundsätzlich besteht für Andretta auch die Gefahr, dass mit Blick auf die Gleichstellung, sich die Arbeit im Homeoffice als Karrierebremse auswirken könnte.

„Jede von uns ist aufgefordert, den Frauen eine Stimme zu geben und für eine Verbesserung ihrer Situation und für Gleichberechtigung zu streiten“, so die Landtagspräsidentin. (Thomas Kopietz, mit epd)

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