Freispruch nach Attacke auf Göttinger Corps-Mitglieder

Verbindungshaus: In der Bürgerstraße 56/58 ist das „Corps Hannovera“ beheimatet. In der Neujahrsnacht wurden Mitglieder und Gäste mit Reizgas angegriffen und

Göttingen. In der Neujahrsnacht 2014 waren Mitglieder und Gäste der Studentenverbindung Corps Hannovera von einem Mann mit Reizgas angegriffen worden.

Die Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung endete vor dem Amtsgericht Göttingen mit einem Freispruch. Kein Zeuge konnte nach drei Jahren den Angeklagten als Täter identifizieren.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem 27-jährigen Mann aus Leipzig vorgeworfen, in der Neujahrsnacht 2014 vier Teilnehmern einer Silvesterfeier des Corps Hannovera Reizgas ins Gesicht gesprüht und diese teilweise erheblich verletzt zu haben.

Eine 21-jährige Frau aus Göttingen, die wegen Beleidigung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte angeklagt war, erhielt dagegen eine Ermahnung nach dem Jugendgerichtsgesetz. Anschließend wurde das Verfahren gegen sie eingestellt. Die Staatsanwaltschaft hatte ihr vorgeworfen, mehrere Partygäste als „Scheiß Burschis“ beschimpft zu haben. Außerdem habe sie sich widersetzt, als Polizisten ihre Personalien feststellen wollten.

Der angeklagte Vorfall hatte sich gegen 2 Uhr nachts abgespielt, als Besucher der Silvesterparty das Verbindungshaus verließen, um sich auf den Heimweg zu machen. Draußen seien sie von einer Gruppe von Menschen, die sich gegenüber dem Gebäude aufhielt, beschimpft und angeschrien worden, berichtete ein Zeuge. Auch Knallkörper seien geflogen. Die 21-jährige Angeklagte habe ihnen den Mittelfinger gezeigt und wutentbrannt gestikuliert. Dabei seien Ausdrücke wie „Scheiß Burschis“, „Scheiß Nazis“ und „Geht Sterben!“ gefallen.

Eine andere Zeugin sagte aus, dass eine Frau „hoch aggressiv“ und „wie Rumpelstilzchen tanzend“ auf sie zugekommen sei. Aufgrund der beängstigenden Situation sei sie dann wieder ins Haus gerannt.

Wenig später habe sie zwei Partygästen Erste Hilfe geleistet, die eine Ladung Reizgas ins Gesicht bekommen hatten. Beide hätten vor Schmerzen geschrien, weil ihre Augen so stark gebrannt hätten.

Wer das Pfefferspray versprüht hatte, ließ sich in dem Prozess allerdings nicht klären. Da der Vorfall bereits drei Jahre zurückliegt, war das Erinnerungsvermögen der Zeugen entsprechend eingeschränkt. Ein Zeuge gab an, dass der Täter einen Bart getragen habe.

Fotos aus den Polizei-Ermittlungsakten zeigen indes, dass der Angeklagte in der Tatnacht nachweislich keinen Bart trug. Auch deshalb plädierte die Staatsanwaltschaft auf Freispruch.

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