Fremdenfeindliche Taten: Betrunkene schlugen zweimal zu

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Göttingen. Zwei betrunkene Männer haben am Montag gegen 20 Uhr in Göttingen einen gebürtigen Sudanesen und einen gebürtigen Kameruner angegriffen. Die Schläger wurden in eine psychiatrische Klinik gebracht.

Die Polizei wertet die Vorfälle, bei denen der 30-jährige Kameruner leicht verletzt wurde, als fremdenfeindliche Übergriffe. Deshalb hat das vierte Fachkommissariat, das für politische Straftaten zuständig ist, die Ermittlungen übernommen.

Zunächst attackierten die Schläger an einer Bushaltestelle an der Zindelstraße gegen einen gebürtigen Kameruner (23). Der Angegriffene ergriff nach den Schlägen ins Gesicht die Flucht, kehrte aber wenig später wieder zur Haltestelle zurück, als sich das Duo in Richtung Jüdenstraße entfernt hatte, berichtet die Polizei. Noch während die alarmierten Polizeibeamten den Vorfall aufnahmen, wurde über Funk eine weitere Körperverletzung durch zwei Personen in einem Linienbus gemeldet. Weitere Beamte fuhren daraufhin zur Haltestelle am Einkaufszentrum Carré. Dort hatte der Busfahrer sein Fahrzeug gestoppt.

Vor Ort stellten die Ermittler fest, dass es sich bei den beiden Schlägern aus dem Bus vermutlich um die Männer handelte, die zuvor in der Zindelstraße aufgefallen waren. Die Polizei nimmt an, dass die Betrunkenen an der Haltestelle Jüdenstraße in den Bus einstieg waren. Während der Fahrt sollen sie den 30 Jahre alten Fahrgast, einen gebürtigen Kameruner, angegriffen und übel beschimpft haben. Die Angriffe, bei denen das Opfer leicht verletzt wurde, endeten erst, als ein 54 Jahre alter Mitfahrer aus Göttingen dazwischen ging und einen der mutmaßlichen Schläger wegzog.

Die Polizei nahm die 27 und 38 Jahre alten Göttinger mit zur Dienststelle. Beide sind „staatsschutzpolizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten“. Atemalkoholtest ergaben Werte von 1,95 und 2,17 Promille. Im Anschluss wurden beide Männer in eine psychiatrische Fachklinik gebracht.

Es wurden Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung eingeleitet. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter Tel. 0551/491-2115 zu melden. 

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