Weltraumsonde "InSight"

Freude bei Forschern über Bild vom Mars - Technik aus Göttingen an Bord der Sonde

+
Das funkte „InSight“ zur Erde: Die erste Aufnahme zeigte die Marsoberfläche, die durch staubverdreckte Linsenabdeckung aufgenommen wurde.

Göttingen. Der Jubel war am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) groß, als in Göttingen die ersten Bilder vom Mars eintrafen.

Die Wissenschaftler sind stolz: Schließlich hat die Weltraumsonde „InSight“ ein Seismometer an Bord, der zum Teil in der Uni-Stadt entwickelt wurden.

Etwa 350 Mitarbeiter und Gäste verfolgten die Landung am Montag in Göttingen und fieberten bei einem Aktionsabend dem ersten Lebenszeichen der Sonde von der Planetenoberfläche entgegen. Zuvor hatte Robert Lindner, Leiter der Abteilung für Instrumentierung und Lebenserhaltung der europäischen Weltraumagentur (ESA), in seiner „Kurzanleitung für eine Landung auf dem Mars“ erklärt, wie ein solches Kunststück technisch gelingen kann.

In einer Gesprächsrunde diskutierte er mit Prof. Dr. Ulrich Christensen, Direktor am MPS und Mitglied des Seismometer-Teams, sowie MPS-Wissenschaftler Dr. Walter Goetz über aktuelle und künftige Marsmissionen.

Aktionsabend im Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung: Etwa 350 Gäste verfolgten die Landung der Sonde „InSight“ auf dem Mars live in Göttingen.

Christensen berichtete, wie es nach der erfolgreichen Landung mit dem Seismometer (SEIS) weitergeht. In den nächsten Tagen wird InSight seine neue Wirkungsstätte detailliert fotografieren, damit das SEIS-Team im Anschluss den optimalen Aufstellort für das Instrument aussuchen kann. Erst dann wird der Roboterarm von InSight das Seismometer auf die Oberfläche des Planeten setzen.

Bevor SEIS dann beginnt, nach Marsbeben und Erschütterungen durch Meteoriteneinschläge zu horchen, muss das Instrument noch ausgerichtet werden. Je nach Beschaffenheit und Neigung des Untergrundes passt das Nivelliersystem, das am MPS entwickelt und gebaut wurde, die Länge der Standbeine automatisch an. Es folgt eine mehrwöchige Inbetriebnahme; erste wissenschaftliche Messungen finden voraussichtlich in etwa zehn Wochen statt.

Das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung ist übrigens nicht zum ersten Mal an einer erfolgreichen Marslandung beteiligt. Vor 21 Jahren steuerten die Max-Planck-Forscher zwei Kameras zur NASA-Mission Pathfinder bei, die mit Sojourner den ersten Rover auf der Marsoberfläche platzierte.

An Bord des InSight-Vorgängers Phoenix half 2009 eine Kamera des heutigen Göttinger Instituts maßgeblich dabei, gefrorenes Wasser auf unserem Nachbarplaneten nachzuweisen.

Dieses Video ist ein Inhalt der Videoplattform Glomex und wurde nicht von der HNA erstellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.