Fremdenfeindliche in der Minderheit

Große Hilfsbereitschaft: Freude beim Flüchtlingsrat

Signal: Ein Rettungsreifen mit unmissverständlicher Aufforderung. Der Flüchtlingsrat in Niedersachsen ist zufrieden mit der Hilfsbereitschaft der Menschen. Foto: dpa

Göttingen. Der Niedersächsische Flüchtlingsrat freut sich über die Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung für die Flüchtlinge.

„Wir sind verblüfft und erfreut, wie groß die Anteilnahme für die Flüchtlinge ist“, sagte Geschäftsführer Kai Weber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung „Ich habe so etwas noch nicht erlebt.“ Die Leute wollten helfen, Kinder in Obhut nehmen und Dinge spenden. „Das ist Ausdruck von sehr viel Mitgefühl.“

In Niedersachsen komme ein veränderter politischer Umgang mit Flüchtlingen hinzu. Zwar habe das Land „dem faulen Kompromiss“ beim Asylbewerberleistungsgesetz zugestimmt, doch habe Innenminister Boris Pistorius (SPD) immer deutlich gemacht, dass er auf der Seite der Flüchtlinge stehe.

Das viele ehrenamtliche Engagement ersetze jedoch keine professionellen Strukturen. Es fehlten Sprachkurse, Qualifizierungsangebote und Berufseingliederungsmaßnahmen. Das gehe nicht ohne staatliche Angebote.

„Aber wir brauchen eben auch Formen der nachbarschaftlichen Hilfe, um den Flüchtlingen einen Weg in die Gesellschaft und in ein neues Leben zu zeigen.“ Das könne kein Staat leisten, „das können nur die Bürger selbst machen“.

Trotz der Anteilnahme gebe es weiter Fremdenfeindlichkeit. Weber warnte vor gefährlichen Strömungen am politisch rechten Rand, die Ängste für ihre politischen Zwecke instrumentalisierten und Flüchtlinge bedrohten.

Allerdings gebe es einen wichtigen Unterschied zu den 90er Jahren: „Damals meinten die Fremdenfeindlichen, sie könnten für die Mehrheit sprechen. Heute sind sie eindeutig in der Minderheit. Das macht mich froh.“ (epd/tko)

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