Polizei wird mit Großaufgebot auf Albaniplatz präsent sein

Freundeskreis plant Mahnwache in Göttingen – Widerstand formiert sich

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Albaniplatz: Hier wollte sich der als rechtsextrem geltende Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen zu einer Mahnwache treffen. Die Stadt will, dass die Aktion am Bahnhof stattfindet.

Göttingen. Der als politisch rechtsextrem geltende Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen plant am Sonntag, 31. Juli, eine „Mahnwache“ auf dem Göttinger Albaniplatz.

Für die Stadt Göttingen kommt der Platz als Versammlungsort nicht in Betracht.

Das teilte sie am Donnerstag der Gruppierung mit. Hintergrund: Im Dritten Reich wurden auf dem damaligen Adolf-Hitler-Platz Bücher verbrannt. Stattdessen soll der Freundeskreis auf den Bahnhofsvorplatz ausweichen. Wegen des erwarteten Widerstands wird die Polizei mit einem Großaufgebot präsent sein.

Ab 19 Uhr wollten sich die Mitglieder des Freundeskreises sich auf dem zentralen Platz an der Stadthalle treffen. Das Thema der Mahnwache, die bei der Göttinger Stadtverwaltung angemeldet wurde, lautet „Ausländerkriminalität stoppen – Schluss mit Mord und Totschlag!“.

Die Polizei wird vermutlich mehrere hundert Beamte zusammenziehen, ähnlich wie bei einem Großeinsatz am 21. Mai, kündigte eine Polizeisprecherin an. Damals hatte der Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen am Göttinger Bahnhof demonstriert. Dabei war zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern einer Gegenkundgebung und der Polizei gekommen. Bei der Aktion war die Göttinger SPD-Landtagsabgeordnete Dr. Gabriele Andretta durch Reizgas verletzt worden.

Unterdessen kündigt sich erheblicher Widerstand gegen die Mahnwache an. Der Göttinger Ratsherr der Piraten-Partei, Meinhart Ramaswamy, appellierte mit Erfolg an die Stadtverwaltung, die neuerliche Versammlung des „Freundeskreises“ auf dem Albaniplatz nicht zuzulassen. „Es kann doch nicht sein, dass am Gedenkplatz zur Bücherverbrennung wieder Nazis eine Kundgebung abhalten dürfen“, sagte er am Donnerstag.

Auch der Allgemeine Studierendenausschuss ruft zum Widerstand sowie zu Protesten gegen die geplante Aktion des Freundeskreises auf und argumentierte ähnlich: „Besonders die Anmeldung einer Veranstaltung auf dem Albaniplatz, als ehemaliger Adolf-Hitler-Platz und Ort der Bücherverbrennung 1933, stellt für uns und wahrscheinlich alle Göttinger, die an eine freie, offene Gesellschaft glauben, eine maßlose Provokation dar.“ Widerstand gegen die Mahnwache hat ebenfalls die „Antifaschistische Linke International“ aus Göttingen angekündigt. (bsc/epd)

Aktualisiert um 17.55 Uhr.

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