Aktionstag mit großer Resonanz

"Fridays For Future" in Göttingen: 1000 Schüler fordern mehr Klimaschutz

Aktion auf dem Bahnhofsvorplatz in Göttingen: Mehr als 600 Schüler versammelten sich am Freitag, um für mehr Klimaschutz zu protestieren. Foto: Bernd Schlegel

Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Etwa 1000 Schüler waren dafür auf der Straße und demonstrierten.

Aktualisiert um 13.45 Uhr - Am Morgen begann die Protestaktion mit einer Auftaktkundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz. Verschiedene Redner machten dabei auch die Klimaproblematik aufmerksam. Prof. Dr. Rainer-W. Hoffmann, Vorsitzender des Vereins Klimaschutz Göttingen, freute sich, dass so viele Teilnehmer dabei sind.

Er rief den zumeist jungen Leuten zu: „Hier in Göttingen seid ihr in Freundesland. Wir haben selbst anspruchsvolle Klimaziele und viele engagierte Menschen.“ Er wies darauf hin, dass die Schüler mit ihren Aktivitäten die Wissenschaftler-Initiative „Scientists for Future“ angestoßen haben.

„Ich bin unter den ersten tausend Unterzeichnern, indem wir eure Forderungen unterstützen, nehmen wir der billigen Kritik den Wind aus den Segeln, dass ihr Teenies euch vor dem Kritisieren erst einmal das nötige Wissen aneignen sollt“, sagte Hoffmann. Nach seinen Angaben stehen hinter den Jugendlichen nun Dutzende der führenden Fachleute.

Protest der Jüngsten: Auch eine Gruppe des KEI-Kindergartens beteiligte sich an den „Fridays For Future“-Protesten vor dem Alten Rathaus.

Auch am Gänseliesel am Vormittag versammelten sich Hunderte von Schülern und deren Mitstreiter. So war etwa auch eine Kindergartengruppe mit ihren Erzieherinnen gekommen. „Hört auf, so viel Plastik zu produzieren!“, forderte sie ihre älteren Mitmenschen mit Nachdruck auf.

Lesen Sie auch: Kann sie das Klima retten? Göttinger Studentin ist die deutsche Greta Thunberg

Auch andere Bürgerbewegungen, wie etwa die Atomkraftgegner, solidarisierten sich mit den Protestierenden mit Redebeiträgen oder Transparenten.

Aus den Göttinger Gymnasien heißt es zu der Demo: Das Fehlen wird aus rechtlichen Gründen als „unentschuldigter Fehltag“ im Klassenbuch eingetragen und wird auch am Schuljahresende wie andere unentschuldigte Fehltage im Zeugnis vermerkt. Entschuldigungen mit der Begründung „Teilnahme an der Demonstration“ sind nicht möglich.

Gleichzeitig begrüßen die Direktoren der Göttinger Gymnasien die Teilnahme an der Demo: „Die Beteiligung am demokratischen Willensbildungsprozess, das Wecken des medialen und öffentlichen Interesses sowie das Zeigen von Zivilcourage, so zeigt die Erfahrung, kann und darf nicht immer regelkonform geschehen.“ 

Tom Wedrins, Leiter der Göttinger Geschwister-Scholl-Gesamtschule, sagt: „Ich finde es grundsätzlich gut, wenn sich die Schuler engagieren.“ Allerdings seien für die Teilnahme an der Demo die bekannten Spielregeln einzuhalten. 

Der Philologenverband Niedersachsen hatte die „Fridays for Future“-Demonstrationen während der Unterrichtszeiten am Donnerstag scharf kritisiert. Die Umsetzung der Schulpflicht werde auf die Lehrkräfte abgewälzt, während die Politiker auf einer Sympathie-Welle mitsurften, sagte der Vorsitzende Horst Audritz. Es sei bemerkenswert, dass das Thema vom Kultusministerium und der Bundeskanzlerin kulant zur Seite gewischt werde. 

„Der Klimaschutz braucht zweifelsfrei mehr Aufmerksamkeit von uns allen. Dies darf aber nicht über dauerhaft regelwidriges Verhalten wie dem Schulschwänzen erreicht werden“, sagte Audritz. Haltung dürfe nicht nur für den Klimaschutz eingefordert werden, sondern auch für die Schulpflicht.

Göttingen ist einer von 210 Orten in Deutschland, an denen am Freitag eine solche Aktion lief. Weltweit sind es 1325. Vorbild der großen Demonstrationsbewegung ist die inzwischen 16-jährige Greta Thunberg aus Schweden. Die Skandinavierin bestreikt seit Monaten jeden Freitag die Schule.

"Fridays For Future" in Göttingen: Schüler fordern mehr Klimaschutz

Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Bernd Schlegel
Fridays for Future 15.3.19 Gänseliesel Göttingen Schüler Demo Protest Foto: Andreas Arens ana
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Andreas Arens
Fridays for Future 15.3.19 Gänseliesel Göttingen Schüler Demo Protest Foto: Andreas Arens ana
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Andreas Arens
Fridays for Future 15.3.19 Gänseliesel Göttingen Schüler Demo Protest Foto: Andreas Arens ana
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Andreas Arens
Fridays for Future 15.3.19 Gänseliesel Göttingen Schüler Demo Protest Foto: Andreas Arens ana
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Andreas Arens
Fridays for Future 15.3.19 Gänseliesel Göttingen Schüler Demo Protest Foto: Andreas Arens ana
Mit Nachdruck setzen sich in Göttingen junge Leute für den Klimaschutz ein. Schüler sind dafür auf der Straße und demonstrieren. © Andreas Arens

Auch in Kassel sind am Freitag hunderte Schüler auf die Straße gegangen, um für einen besseren Klimaschutz zu demonstrieren. Hier finden Sie alle Infos.

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