Hiroshima und Nagasaki

Friedensforum erinnerte an Abwürfe: Atombomben forderten tausende Tote

Erinnerung: Eckart Stedeler vom Göttinger Friedensforum (am Mikrofon) moderierte die Kundgebung. Hinter ihm von links Organisatorin und Hauptrednerin Anne Schreiner und Göttingens Bürgermeisterin Helmi Behbehani.
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Erinnerung: Eckart Stedeler vom Göttinger Friedensforum (am Mikrofon) moderierte die Kundgebung. Hinter ihm von links Organisatorin und Hauptrednerin Anne Schreiner und Göttingens Bürgermeisterin Helmi Behbehani.

Mit einer Kundgebung vor dem Alten Rathaus hat das Göttinger Friedensforum am Wochenende an die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 76 Jahren erinnert.

Göttingen – Die erste in einem Krieg eingesetzte Atombombe, die die Amerikaner am 6. August 1945 auf Hiroshima abwarfen, forderte laut Schätzungen bis zum heutigen Tag insgesamt bis zu 136 000 Todesopfer. Drei Tage später forderte ein weiterer Atombombenabwurf auf Nagasaki noch einmal 64 000 Menschenleben.

„Hiroshima und Nagasaki sind Symbole des Krieges und der Zerstörung“, betonte Göttingens Bürgermeisterin Helmi Behbehani (SPD), die den verhinderten Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler vertrat. Der Abwurf der beiden Atombomben habe seinerzeit ein Leid verursacht, das sich niemals wiederholen dürfe.

„Laut Friedensforschungsinstitut SIPRI sind aktuell 3800 Atomwaffen einsatzbereit, mehr als noch vor einem Jahr“, betonte Organisatorin Anne Schreiner vom Göttinger Friedensforum. In Russland und den USA würden aktuell neue, „modernisierte“ Atomwaffen entwickelt und eingeführt. „Durch größere Zielgenauigkeit, gezieltere Sprengkraft und Schnelligkeit senken sie die Hemmschwelle für den Einsatz“, sagte Schreiner. Militärische Planspiele würden zunehmen, die den Einsatz von Atomwaffen vorsehen. Darin werde damit kalkulieren, die Zweitschlagsfähigkeit des Feindes auszuschalten, was einen Atomkrieg „führbar und gewinnbar“ erscheinen lasse. „Ein furchtbarer Irrtum, der mit der Katastrophe spielt“, so Schreiner. Denn ein Atomkrieg wäre eine genau das: eine Katastrophe, die durch ihre Auswirkungen für Mensch und Natur unabsehbar schwere, unabsehbar langanhaltende und irreparable Schäden verursache würde.

„Deutschland ist durch die amerikanischen Atombomben, die in Büchel in der Eifel lagern und im Kriegsfall von deutschen Piloten ins Ziel geflogen werden sollen, in solche Modernisierungen und Planungen sehr eng mit einbezogen“, kritisierte Anne Schreiner. Die Bundesrepublik unterliege damit im Kriegsfall den Befehlen des US-Militärs und werde selbst zum Ziel von Gegenschlägen. „Daher muss diese deutsche nukleare Teilhabe schnellst möglich aufgegeben werden.“ Und damit wäre dann endlich auch der Weg frei für eine zukunftssichernde Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags. (Per Schröter)

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