Göttingen: Warnung vor einem Rüstungswettlauf

Das Friedensforum veranstaltet eine Kundgebung in Göttingen

Altes Rathaus mit Gänselieselbrunnen in Göttingen
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Das Alte Rathaus mit dem Gänselieselbrunnen in Göttingen: Hier soll am 1. September gegen einen neuen Rüstungswettlauf demonstriert werden.

Das Göttinger Friedensforum will mit einer Kundgebung auf dem Göttinger Marktplatz an den Beginn des Zweiten Weltkriegs vor 81 Jahren erinnern und vor einem neuen Rüstungswettlauf warnen.

Göttingen – Die Veranstaltung beginnt am Dienstag, 1. September, um 17 Uhr. „Mit seinem Überfall auf Polen riss Nazi-Deutschland 1939 die Welt in den Abgrund eines bestialischen Krieges, der unermessliches Leid über die Menschen brachte und 60 Millionen Tote forderte“, heißt es in dem Aufruf.

Zugleich erreiche der nukleare Rüstungswettlauf neue Ausmaße. Die globalen Rüstungsausgaben beliefen sich auf zwei Billionen Dollar. Deutschland sei nicht nur viertgrößter Rüstungsexporteur weltweit, sondern auch auf den siebten Platz der Länder mit den höchsten Rüstungsausgaben vorgerückt.

Die aktuellen Pläne zur Beschaffung von Kampfflugzeugen mit Atomwaffenträgersystemen und zur Bewaffnung von Kampfdrohnen seien Beispiele dafür, „wie im Schatten von Corona grundlegende rüstungspolitische Entscheidungen für die künftige Ausrichtung der Bundeswehr gefällt werden“. Die Forderung: Die Bundesregierung müsse sich von der Vorgabe der Nato lösen, zwei Prozent des Bruttoinlandproduktes für Rüstung auszugeben.

Der 1. September gilt in Deutschland als Antikriegstag. Erstmals wurde in der Sowjetischen Besatzungszone am 1. September 1946 ein „Weltfriedenstag der Jugend“ begangen. Seit Beginn der 1950er Jahre wurde in der DDR der 1. September als „Tag des Friedens“ bezeichnet.

Die Menschen sollten bei Versammlungen und Kundgebungen für den Weltfrieden eintreten. In der Bundesrepublik ging die Initiative für diesen Gedenktag vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto „Nie wieder Krieg“ zu Aktionen aufrief. Auch seit der Wiedervereinigung gibt es an diesem Tag jährlich Veranstaltungen. (Fabian Becker mit epd)

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