Friedländer Sterne-Koch startet Restaurant „Augusta“ in Alter Mensa

Erneut ausgezeichnet: Gastronom Daniel Raub darf sich über den dritten Guide-Michelin-Stern in Folge freuen. Foto: Dessauer

Göttingen. Zum zweiten Mal hat der Friedländer Gastronom Daniel Raub mit der Genießer Stube die prestigeträchtige Auszeichnung des Guide-Michelin-Sterns verteidigen können. Jetzt zieht es Raub auch nach Göttingen.

Im Tagungszentrum Alte Mensa startet Sonntag sein Restaurant „Augusta“.

Für ihn steht so der nächste Karriere-Schritt bevor, das Traditionsgasthaus aus Friedland hat auch ein Lokal in der Südniedersachsenmetropole. „Ja, wir starten am Sonntag um 12 Uhr den öffentlichen Betrieb – auch wenn es nicht so aussieht“, sagt Raub im Blick noch anstehende Arbeiten: Im Gewölbekeller der Alten Mensa am Wilhelmsplatz, wo lange das „Blue Note“ zur Göttinger Kneipenszene zählte, ist noch viel zu tun.

Zunächst gibt es im Dezember ein Pre-Opening mit einigen Öffnungstagen, regulärer Start ist dann im Januar. Im Angebot: „Deutsch-Französische Küche für alle – also nicht die Sterneküche wie in Friedland“, sagt Raub.

Der Keller ist – auch im Zuge des Umbaus der Alten Mensa samt Saal zum Tagungszentrum – saniert worden. Die Uni als Eigentümer war bestrebt, einen Pächter zu finden, der ein hochwertiges gastronomische Angebot machen kann. Daniel Raub wird den Anspruch erfüllen können und das Restaurant-Portfolio in Göttingen erweitern. Gleich um die Ecke übrigens wirken ebenfalls just wieder ausgezeichnete Köche: im Gaudi und Gauß.

Zurück zum Stern: Angesprochen darauf, was sich seit der ersten Auszeichnung vor zwei Jahren geändert habe, antwortet der Küchenchef: „Es ist damals eine Welle von Gästen über uns hereingebrochen, die unser Essen testen wollten.“ Das kann für Gastronomen Fluch oder Segen sein: Motivation schaffen oder die Messlatte so hoch legen, dass ein enormer Druck für die tägliche Arbeit daraus resultiert.

Daniel Raub aber stellt klar: „Es war auf keinen Fall ein Fluch.“ Viel mehr sei es ein Ansporn gewesen, dauerhaft hochwertiges Essen zu servieren. Diesem Anspruch stellt er sich in der Genießer Stube. Nichts desto trotz habe er gemerkt, dass auch die Erwartung der Gäste gestiegen sei. Aber ein anspruchsvoller Gast sei letztlich gut für das Geschäft. Die Tester des Michelin und von Gault-Millau schrieben über Raub, seine Küche sei „handwerklich präzise“, mit „erlesenen Produkten“.

Raub sagt, er setze, sofern möglich, auf regionale Produkte. Diese wolle er beim Anrichten auch in den Vordergrund rücken. Es bringe nichts, zwölf Schäumchen anzurühren, von denen neun nach nichts schmecken. Viele verwechselten Effekthascherei mit kulinarischer Sinnhaftigkeit. Seine Küche sei nicht experimentell, sondern eher geradlinig. Wichtig sei es, die Komponenten perfekt aufeinander abzustimmen.

• Öffnungszeiten/Buchung: www.restaurant-augusta.de

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