Landkreis Göttingen

Grenzdurchgangslager Friedland kann Flüchtlinge aufnehmen

Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist abgebrannt. Mehr als 12.000 Flüchtlinge suchen nun nach einer Unterkunft.
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Das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos ist abgebrannt. Mehr als 12.000 Flüchtlinge suchen nun nach einer Unterkunft.

Das Grenzdurchgangslager Friedland verfügt zurzeit über Kapazitäten zur Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Lager Moria auf der griechischen Insel Lesbos.

In dem Lager bei Göttingen seien gegenwärtig 212 Asylsuchende und 170 Spätaussiedler aus Nachfolgestaaten der Sowjetunion untergebracht, berichtete Hintze. Die Einrichtung verfügt insgesamt über rund 700 reguläre Schlaf- und Wohnplätze. 2015 und 2016 war das Lager Friedland mit rund 2000 Menschen teilweise dreifach überbelegt.

Ob Flüchtlinge aus Lesbos tatsächlich zunächst in Friedland untergebracht werden, steht aber noch nicht fest. Zunächst sei die Bundesregierung am Zuge, sagte Hintze. Sie müsse klären, wie viele Menschen überhaupt aus Griechenland nach Deutschland geholt würden.

Wie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) am Freitag mitteilte, will Deutschland bis zu 150 Kinder und Jugendliche aus dieser Gruppe aufnehmen. Demnach haben sich zehn EU-Länder bereit erklärt, rund 400 unbegleitete Minderjährige aus Moria unter sich aufzuteilen.

Auch die Europa-Union unterstützt die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland. „Moria ist ein Fanal für Europa“, sagt Christian Moos, Generalsekretär der überparteilichen Europa-Union Deutschland laut einer Mitteilung: „Es ist Zeit, dass jetzt Mitgliedstaaten vorangehen.“

Das sieht auch die Mehrheitsgruppe im Göttinger Kreistag aus SPD, Grünen und den Freien Wählern so, wie sie unserer Zeitung mitteilt. „Eine sofortige Aufnahme von mindestens 50 Flüchtlingen aus Moria durch den Landkreis Göttingen wäre die Maßnahme um den Flüchtlingen eine weiterhin grauenvolle Zukunft zu ersparen“, sagt Lothar Dinges, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im Kreistag.

Auch die CDU-Fraktion im Kreistag spricht sich in einer Mitteilung für die Aufnahme von 50 Flüchtlingen aus. Mit einem Antrag in der kommenden Kreistagssitzung werde sie einen Appell an die Europäische Kommission richten, eine gemeinsame europäische Lösung für einen fairen Verteilschlüssel Geflüchteter zu finden und das Asyl- und Migrationspaket umzusetzen.  

fab/epd

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