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Klare Kante in Friedland gegen Kundgebung von Rechten

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Von: Thomas Kopietz, Per Schröter

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Zug aus dem Ort zum Heimkehrerdenkmal in Friedland: Das Bündnis „Friedland ist bunt“ mobilisierte viele Menschen, die gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Gruppe „Aufbruch Heimat“ protestierten.
Zug aus dem Ort zum Heimkehrerdenkmal in Friedland: Das Bündnis „Friedland ist bunt“ mobilisierte knapp 200 Menschen, die gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Gruppe „Aufbruch Heimat“ protestierten. © Per Schröter

In Friedland trafen sich 16 Rechtsextreme am Heimkehrerdenkmal. Dagegen protestierten knapp 200 Gegendemonstranten.

Friedland – Einen insgesamt friedlichen Verlauf nahm am Samstag, 20. August, eine Demonstration, mit der rund 200 Teilnehmenden gegen eine gleichzeitig stattfindende Kundgebung der als rechtsextrem und nationalkonservativ geltenden Vereinigung „Aufbruch Heimat“ am Heimkehrerdenkmal in Friedland (Landkreis Göttingen) protestierten. Die Polizei musste lediglich in einem Fall mit körperlichem Einsatz einen Zwischenfall verhindern.

Auch wurde gegen einen Teilnehmer der Rechten-Kundgebung ein Ermittlungsverfahren eingeleitet – wegen des Verdachts des Kennzeichenmissbrauchs. Er soll die KfZ-Kennzeichen an seinem Auto verändert haben.

Kreis Göttingen: Friedland ist „keine Heimat für Nazis“

Aufgerufen zu der unter dem Motto „Keine Heimat für Nazis – nirgendwo!“ stattfindenden Protestaktion hatte das Bündnis „Friedland ist bunt – für Vielfalt und Demokratie“. Mit den Worten „Völker entsagt dem Hass, baut Brücken zueinander“, die am Heimkehrerdenkmal zu lesen sind, hatte die Organisatorin Haifa Rabah die Teilnehmenden – darunter auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler sowie die Landtagskandidaten aller bürgerlichen Parteien – zu Beginn eingestimmt und die Demonstranten aufgerufen, an diesem Tag auch bei eventuellen Provokationen aus dem rechten Lager „friedlich und freundlich“ zu bleiben.

Gang zum Heimkehrerdenkmal: Bündnis „Friedland ist bunt“ protestiert gegen Rechte.
Gang zum Heimkehrerdenkmal in Friedland: Das Bündnis „Friedland ist bunt“ protestiert gegen Rechte, die sich dort trafen. © Per Schröter

Los ging es am Friedländer Bahnhof. Von dort zog der Tross über die B 27 zum Heimkehrerdenkmal. Am Denkmal angekommen, wo sich 16 Mitglieder der Vereinigung „Aufbruch Heimat“ unter dem Motto „Heimatrecht offensiv vertreten“ versammelt hatten, sorgten Polizeikräfte aus Göttingen und von der Zentralen Polizeidirektion aus anderen Orten dafür, dass die Gruppen nicht aufeinandertreffen konnten. Während die „Aufbruch Heimat“-Kundgebung direkt am Denkmal abgehalten wurde, fand die Gegendemonstration von laut Polizei 180 Teilnehmenden auf der gegenüberliegenden Seite unterhalb der Gedächtnisstätte statt.

Kreis Göttingen: Polizei musste „einfache körperliche Gewalt“ anwenden

Nachdem sowohl die Kundgebung als auch die Gegendemonstration bereits gegen 13.30 Uhr offiziell für beendet erklärt waren und alle Teilnehmenden sich von den Veranstaltungsorten entfernt hatten, kam es nach Polizeiangaben noch zu einem „kleineren Zwischenfall“. Demnach wollten im Bereich des Heimkehrerdenkmal-Parkplatzes mehrere Gegendemonstranten zu einem Mann aus dem Teilnehmerkreis der „Aufbruch Heimat“-Kundgebung vordringen, der auf dem Weg zu seinem Auto war. Um das zu verhindern, hätten die Einsatzkräfte „kurzzeitig einfache körperliche Gewalt in Form von Zurückdrängen“ angewendet. Verletzt worden sei niemand.

Demo gegen Rechts des Bündnisses „Friedland ist bunt“ am Heimkehrerdenkmal Friedland, wo sich der rechtsextreme „Aufbruch Heimat“ traf.
Demonstration gegen Rechts: Bündnis „Friedland ist bunt“ am Heimkehrerdenkmal Friedland, wo sich der rechtsextreme „Aufbruch Heimat“ traf. © Per Schröter

Konrad Adenauer gab Anstoß für Heimkehrerdenkmal-Bau

Das 1966/67 aus vier etwa 30 Meter hohen Beton-Stelen erbaute Denkmal steht auf einem Hügel oberhalb von Friedland. Bauherr war der Verband der Heimkehrer, Kriegsgefangenen, Vermisstenangehörigen Deutschlands. Den Anstoß hatte Bundeskanzler Konrad Adenauer gegeben – er legte am 15. Mai 1966 den Grundstein. (Per Schröter und Thomas Kopietz)

Im Landkreis Eichsfeld kam es zu einem Angriff auf einen Journalisten aus Göttingen. Angeklagte aus der rechtsextremen Szene sprechen von Notwehr.

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