Göttinger Bündnis gegen Rechts

Friedliche Blockaden  sollen Rechte stoppen

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Gegen Rechts auf die Straße: Bei einer Demonstration am 10. September gegen eine NPD-Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz, gingen viele vom Bündnis gegen Rechts durch Göttingen. Links vorne: Lothar Hanisch vom DGB Südniedersachsen.  

Göttingen. Das Göttinger Bündnis gegen Rechts will einen möglichen Kundgebungszug des rechten Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen (FKTN) am 1. April in Göttingen mit friedlichen Blockaden stoppen.

Viele prominente Göttinger haben ihre Unterstützung zugesagt.

„Wir wollen mit friedlichen Blockaden an verschiedenen Punkten verhindern, dass Nazis durch Göttingen ziehen“, nennt Lothar Hanisch, Deutschen Gewerkschaftsbund und Sprecher des Bündnis gegen Rechts, das Ziel.

Die Stadt hat einen beantragten Zug des Freundeskreises und deren Unterstützer durch Göttingen untersagt und eine stationäre Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz erlaubt. Der Freundeskreis habe dagegen Rechtsmittel eingelegt.

Ob Kundgebungszug oder nicht, der Uni-Stadt steht ein heißer 1. April bevor: Der Freundeskreis habe etwa 100 Unterstützer aus der gewaltbereiten rechten Szene mobilisiert. „Es werden Hooligans kommen“, sagt Hanisch. Ihnen gegenüber sollen hunderte, nach Wunsch des Göttinger Kreistagsabgeordneten Meinhard Ramaswamy (Piraten) tausende Teilnehmer der Gegendemonstrationen des Göttinger Bündnis stehen. Dass es viele Menschen gegen Rechts auf die Straße treiben wird, ist wahrscheinlich. Weit mehr als 300 hatten bis Freitag per Unterschrift ihre Unterstützung zugesagt. Darunter sind viele Prominente.

Zu den Unterzeichnern zählen Göttinger Professoren, Ärzte, der Kinderschutzbund, Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne), der Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Heiner Willen, und Heidemarie Adam vom Hospiz wollen bei den Protestaktionen Gesicht zeigen, Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne) ebenfalls: „Wer rechten Spinnern nicht entgegentritt, macht Rechtsaußen stark.“

Signale kommen auch aus Kultureinrichtungen. Im Deutschen Theater hätten 50 Ensemblemitglieder und Mitarbeiter unterzeichnet, sagte Ramaswamy. Auch vom Jungen Theater, dem Theater der Nacht in Northeim, dem Göttinger Symphonie Orchester (GSO) und aus der Musikszene wollen sich Menschen bei der Demo beteiligen. „Es wird ein buntes Programm“, sagt Hanisch. Einfallsreich zeigt sich „Die Partei“. Sie will aus Kartons eine Mauer gegen Rechts unter dem Titel „Mauer der Liebe“ aufstellen.

Es wird wieder eine Spendengala geben: „Für jede Minute der Rechten-Veranstaltung geht ein Betrag an die Flüchtlingsretter von Sea-Watch“, sagt Ulla Schwardmann. 2016 waren 7500 Euro zusammenkommen – „dank Wilke und seiner Freunde“.

Die Göttinger Polizei bereitet einen Großeinsatz für den 1. April vor. Die Verantwortlichen hoffen wie Bündnis-Sprecher Hanisch auf einen friedlichen Verlauf. Das Bündnis habe aber letztlich keine Kontrolle über das, was außerhalb der eigenen Demo-Zonen – auch durch Ultra-Linke – stattfinde, sagte Lothar Hanisch.

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