Göttingen

Frisches Theater im Kunsthaus Göttingen: Junges Theater spielt zwei Mal pro Woche

Vier Menschen stehen vor dem neuen Kunsthaus, ein Fotograf fotografiert sie; Fotograf Swen Pförtner, JT-Intendant Nico Dietrich, Kunsthaus-Direktor Gerhard Steidl, Schauspieler Michael Johannes Mayer und Kunsthaus-Leiterin Dorle Meyer.
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Im Fokus: Das Junge Theater (JT) Göttingen spielt ein Ein-Personen-Stück jeweils zwei Mal pro Woche im neuen Kunsthaus an der Düstere Straße. Von links: Fotograf Swen Pförtner, JT-Intendant Nico Dietrich, Kunsthaus-Direktor Gerhard Steidl, Schauspieler Michael Johannes Mayer und Kunsthaus-Leiterin Dorle Meyer.

Nachdem das neue Kunsthaus Göttingen in der Düsteren Straße kürzlich eingeweiht wurde, soll es nun mit Leben gefüllt werden. Einen Beitrag dazu leistet nun das Junge Theater.

Göttingen – Das frisch eröffnete Göttinger Kunsthaus an der Düsteren Straße soll ein offenes Haus werden, eben nicht nur eine moderne Galerie zum Anschauen internationaler Spitzenkunst auf Papier und in Form neuer Medien. Das Haus jedenfalls füllt sich schnell mit Leben.

An diesem Tag spielen im schönen Innenhof bereits Kinder in der Sandlandschaft. Im ersten Stock der Galerie spielt ein Schauspieler in einer wie für ihn und das Stück „NippleJesus“ geschaffenen Kulisse der Roni-Horn-Ausstellung: Bücher.

Junges Theater im Kunsthaus Göttingen: „NippleJesus“ von Nick Hornby

Das ist alles – bis auf die spielenden Kinder – kein Zufall. Denn das Junge Theater (JT) und das Kunsthaus haben bereits vor vielen Monaten, Ideen für eine Kooperation geschmiedet. Die titelt nun Kunsthaus Göttingen: JT in residence.

Erstes Ergebnis ist das Ein-Personen-Stück NippleJesus nach dem Roman des britischen Kult-Autors Nick Hornby, das in der JT-Inszenierung von Maik Priebe nun jeweils zwei Mal pro Woche im Kunsthaus zu sehen ist.

Junges Theater im Kunsthaus Göttingen: Kunst, Szene und Kunstszene

Hornby ist nicht nur ein feiner Beobachter und vor allem glänzender Beschreiber seiner eigenen Leidenschaften wie Fußball („Fever Pitch“), und Musik („High-Fidelity“), sondern auch der Kunst samt Szene, die er in NippleJesus drastisch wie mit viel Humor anfasst.

Protagonist ist Dave, ehemliger Türsteher, jetzt Museumswärter, der ein Kunstwerk in einem Raum bewachen muss: Jesus am Kreuz. Die Collage besteht aus weiblichen Brustwarzen, Nippeln eben. Widerlich findet Dave das.

Ein-Personen-Stück: Das JT Stück „NippleJesus“ mit Schauspieler Michael Johannes Mayer in der Ausstellung von Roni Horn.

Aber: Daves Horizont erweitert sich. Er blickt fokussiert wie mit klarem Menschenverstand auf die Besucher, die Kunstszene, stellt sich im Stück in seinem Monolog auch die wichtigen Fragen wie: Wofür ist Kunst da? Mehr wird nicht verraten.

Junges Theater im Kunsthaus Göttingen: Zehn Personen pro Vorstellung

Im Kunsthaus – dem prädestinierten Ort für dieses Stück – spielt an diesem Tag Michael Johannes Meyer mit Verve eine Sequenz. Spürbar ist, dass dieser Monolog in dieser Umgebung funktioniert.

Jeweils zehn Personen maximal können pro Vorstellung dabei sein. Die ersten Termine sind bereits ausverkauft. Kunsthaus-Gründungsdirektor Gerhard Steidl beobachtet Schauspieler Meyer intensiv, bei dessen kurzen Vortrag. Dann sagt er: „Das Kunsthaus soll ein Ort sein, für Leute, die etwas zu sagen haben.“ Der JT-Schauspieler hat das.

Junges Theater im Kunsthaus Göttingen: „Leute, die Ideen haben, sind im Kunsthaus willkommen“

Kunsthaus-Leiterin Dorle Meyer sieht das JT-Stück in der so passenden Kulisse der Roni-Horn-Ausstellung gar „als Geschenk an“. Sie freut sich außerordentlich über die Belebung des Hauses. Damit soll es weitergehen, wird es auch, wie Steidl überzeugt sagt: „Es gibt viele endlose Möglichkeiten. Leute die Ideen haben, sind im Kunsthaus willkommen.“

Das Junge Theater hatte eine Idee und ist nun Stammgast. Vorerst mit „Nipple Jesus“ – und zwar ab Freitag, 11. Juni, zwei mal wöchentlich. Termine und Karten sind unter Tel. 05 51/ 49 50 15, Di, Mi, Do 11-12 Uhr sowie Fr, Sa 11-14 Uhr oder per E-Mail an kasse@junges-theater.de erhältlich. (Thomas Kopietz)

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