BUNDESTAGS-KANDIDATEN

Fritz Güntzler (CDU): „Die Arbeit macht mir einfach Spaß“

CDU-Kandidat Fritz Güntzler am Weserufer in Hemeln, im Hintergrund der Fähranleger.
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Lieblingsplatz im Landkreis: Fritz Güntzler zieht es immer wieder nach Hemeln an die Fähre. Schon als Student sei er gern regelmäßig mit Kommilitonen dort gewesen.

Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Und so will Fritz Güntzler für den Wahlkreis 53 in diesem Jahr erneut für weitere vier Jahre in den Bundestag einziehen.

Göttingen/Hemeln – Damit würde der Göttinger seine dritte Amtszeit in der Bundeshauptstadt starten. Denn obwohl Güntzler nebenher noch in seinem Beruf als Steuerberater und Wirtschaftsprüfer tätig ist, ist ihm die Wahlkreisarbeit enorm wichtig, wie er im Gespräch erzählt.

„Dementsprechend ist mein Tag natürlich immer sehr durchgetaktet. Da gibt es wenig Freiräume. In der Woche steht meistens die Wahlkreisarbeit auf dem Plan, die Arbeit für Mandanten wird dann meistens am Wochenende erledigt“, erzählt er.

Dabei kämen sicherlich regelmäßig 60 bis 80 Stunden pro Woche zusammen, aber das gehöre eben dazu, sagt Güntzler, der von sich selber sagt, er habe einen „Sprachfehler“: „Ich kann oft nicht ‘nein’ sagen“, erzählt er lachend.

Um Politiker zu sein muss man Menschenfreund sein und Interesse haben.

Fritz Güntzler, CDU

Aber gerade die vielen verschiednenen Tätigkeiten bieten ihm die Möglichkeit, ganz andere Menschen kennzulernen mit ganz anderen Erfahrungshorizonten. Davon nehme man so viel mit. „Um Politiker zu sein muss man Menschenfreund sein und Interesse haben“, sagt Güntzler. Und er sei immer noch neugierig.

Als er 2013 in den Bundestag kam, sei das für ihn mit das Spannendste gewesen: Die Möglichkeit, neue Menschen kennenzulernen. Und so zeitraubend seine Arbeit als Politiker auch manchmal sei. „Das, was ich mache, bringt mir wirklich Spaß. Einige können sich das nicht vorstellen, aber es ist so.“

Aber ab und an gönnt sich der 55-Jährige dann doch mal eine Auszeit: Urlaub mit dem Wohnmobil zum Beispiel, so wie diesen Sommer, kurz vor Beginn der offiziellen Wahlkmapftour. „Sobald ich im Wohnmobil sitze und losfahre, fällt alles ab“, erzählt der gebürtige Cuxhavener.

Und dann gibt es noch etwas, was Fritz Güntler’s Herz höher schlagen lässt: der Fußball. Bereits in den 70er-Jahren kam er zum Fußball, wohnte mit seinen Eltern (beide Lehrer) direkt neben dem Sportplatz der Schule. „Da habe ich natülich auch angefangen, Fußball zu spielen und bin so auch ein Vereinsmeier geworden. Und deswegen vielleicht auch letztendlich in der Politik gelandet“, erzählt Güntzler lachend.

Er habe Jugendmannschaften trainiert, selber gespielt und – sogar recht erfolgreich – als Schiedrichter gepfiffen. Sein erstes Geld habe er außerdem als „Platzkreider“ verdient, erinnert sich der CDU-Bundestagsabgeordnete.

In dem Sportverein in dem Vorort von Cuxhaven, Groden, ist er heute noch Mitglied. Seine kleine Schwester ist dort mittlerweile Vorsitzende. Und immer noch nimmt das runde Leder einen gewissen Platz in Güntzlers Leben ein. „Ich spiele in einer kleinen Freizeitmannschft hier in der Region, ausßerdem beim FC Bundestag “, erzählt er.

Auch als Schiedsrichter ist er seit einiger Zeit wieder aktiv, steht sogar ab und an mit seinen beiden Söhnen gemeinsam als Schiri-Gespann auf dem Platz. (Melanie Zimmermann)

Drei Fragen an die Kandidaten

Wie sehen Sie den Wahlkreis jetzt?
Der Wahlkreis mit seinem Oberzentrum Göttingen und den wichtigen Nebenzentren Hann. Münden und Duderstadt sowie den vielen anderen Gemeinden, liegt in der Mitte Deutschlands. Diese exponierte Lage müssen wir noch besser nutzen. Über dieletzten Jahre hat der Wahlkreis eine gute Entwicklung genommen. Dabei konnten auch die Fördermittel des Bundes von über 100 Millionen Euro helfen, die ich in unsere Region holen konnte. Ob Sportstätten, Kulturdenkmäler oder Wissenschaft und Forschung – hier ist in den letzten Jahren viel passiert.
Wo sehen Sie den Wahlkreis in fünf Jahren?
Ein starkes Südniedersachsen in der Mitte unseres Landes, das seine Potentiale konsequent genutzt hat. Eine Region mit einer guten Infrastruktur, einer florierenden Wirtschaft, hoher Beschäftigung, einen breitem Kulturleben und mit hohem Freizeitwert. Eine Region, in der die Menschen gerne leben.
Was muss dringend im Wahlkreis passieren?
Wir müssen die Zusammenarbeit der Kommunen weiter vertiefen. Wir brauchen mit Hilfe der Südniedersachsenstiftung klare Konzepte zur wirtschaftlichen Fortentwicklung. Dazu gehört vor allem auch der dezentrale Ausbau der Start-Up-Szene, der Kultur- und Kreativwirtschaft, aber vor allem auch endlich ein gemeinsames Tourismuskonzept. Nachholbedarf sehe ich zudem bei der flächendeckenden Versorgung mit schnellem Internet und bei der Stärkung der Infrastruktur. Auch viele Sportstätten sind sanierungsbedürftig. Für diese Projekte möchte ich meine Netzwerke nutzen und weiter Fördermittel besorgen. Ohne diese wird es nicht gehen.

ZUR PERSON

Fritz Güntzler (55), geboren in Cuxhaven. 1985 machte er sein Abitur, leistete anschließend den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr, ehe er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität des Saarlandes und der Georg-August-Universität Göttingen absolvierte. Nach seinem Examen 1992 arbeitete er in einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 1999 wurde er zum Steuerberater ernannt, 2003 wurde er zum Wirtschaftsprüfer bestellt.

Sowohl 2013 und 2017 verpasste Güntzler das Direktmandat für den Bundestag, schaffte den Einzug jedoch beide Male über die Landesliste. Güntzler ist verheiratet und hat zwei Söhne.

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