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Früheres EAM-Gebäude in Göttingen: Planung für Umbau startet jetzt

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Das ehemalige EAM-Hochhaus des Architekten Jochen Brandi an der Kasseler Landstraße in Göttingen: Es wurde entkernt. Jetzt beginnen die Planungen für den Umbau. Im Gebäude sollen Wohnungen und ein Kindergarten entstehen.

Göttingen. Viele Gäste und Göttinger ärgern sich über das ehemalige EAM-Gebäude. Der entkernte Torso steht seit über einem Jahr an einer Haupteinfallstraße. Doch in etwa einem Jahr soll auf dem Gelände etwas tun.

Im Ortsrat Grone startete jetzt der Prozess für die notwendige Änderung der Pläne für den Bereich an der Kasseler Landstraße. Die Verwaltung rechnet damit, dass das Verfahren in einem Jahr abgeschlossen sein könnte. Die Kosten für die Planänderungen soll der Investor übernehmen. Erst nach Änderung des Bebauungsplans kann der Umbau des entkernten Gebäudes beginnen.

In dem alten EAM-Gebäude, das seit etwa zwölf Jahren leer steht und vom Göttinger Architekten Jochen Brandi (1933 bis 2005) entworfen wurde, sind zwei Nutzungen vorgesehen. In den oberen Stockwerken sollen Wohnungen entstehen. Unten soll eine neue Kindertagesstätte angesiedelt werden.

Belastungen überprüfen

Bei einigen Ortsratsmitgliedern gibt es Bedenken gegen die Ansiedlung einer Kindereinrichtung in dem Turm. Der Grund: Ganz in der Nähe ist ein Umspannwerk zu finden und die Ortsratsmitglieder befürchten dadurch Auswirkungen auf die Kinder, die die Einrichtung besuchen sollen. Im Ortsrat gibt es daher Zweifel, ob die Ansiedlung einer Kindereinrichtung überhaupt zustande kommt. Außerdem gibt es aus dem Ortsrat den Wunsch, dass grundsätzlich die möglichen Belastungen durch das Umspannwerk, zum Beispiel durch Magnetfelder beziehungsweise "Elektrosmog", unter die Lupe genommen werden. Aus Sicht des Investors sind die Bedenken unbegründet: Die Strahlenbelastung durch Handys sei höher, hieß es im Ortsrat.

Ortsbürgermeisterin Birgit Sterr sieht ebenfalls keine Probleme, sagte jedoch: "Kinder müssen vor jeglichen Belastungen, ob durch Lärm oder Elektrosmog, geschützt sein. Das ist Bedingung für einen Kindergarten." Mit Blick auf das Gesamtprojekt sagte Sterr: "Uns allen liegt am Herzen, dass hier was passiert."

Passiver Schallschutz

Ein weiterer Punkt, den der Investor beim Ausbau des Turms beachten muss: Wegen des Straßenlärms sowie des Lärms durch angrenzendes Gewerbe muss ein passiver Schallschutz umgesetzt werden – zum Beispiel durch Fenster, die nicht geöffnet werden können.

Weiterhin in der Planung ist die Bebauung der Fläche an der Ecke Kasseler Landstraße/Bachstraße. Dort soll ein Hotel entstehen. Eine entsprechende Baugrube ist ausgehoben. "Wir sind froh, dass das Gebäude angefasst wird", sagte Ortsbürgermeisterin Sterr abschließend.

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